Mit den Eisheiligen im Siegtal

indexSeit ein paar Wochen gehört wieder ein Trailerbike zum Haushalt und das sollte über Pfingsten ausprobiert werden. Bei der Tourplanung für zwei oder drei Tage schied zuerst der Ruhrtalradweg aus (10jähriges Jubiläum) und dann die Vennbahntrasse (komplizierte An- bzw Abreise). Also haben wir uns auf bewährtes in der Nähe besonnen: Den Radweg Sieg plus den rechtsrheinischen Erlebnisweg Rheinschiene zwischen Siegmündung und Köln. Ca. 90 km an zwei Tagen.

Mit den Erfahrungen unserer letzten Tour dort, haben wir uns Schladern als Startort ausgesucht. Flussaufwärts gibt es wohl immer noch keinen eigenen Radweg, so dass die Streckenführung weiterhin auf der Bundesstraße läuft. Das mag beim autofreien Siegtal wünschenwert sein, aber nicht beim Radwandern mit der Familie.

Ab Schladern haben wir uns nicht für die Variante entlang des Wasserfalls, sondern das Stück mit ordentlich Steigung entschieden. Leider hat sich dabei ein Schaltwerk komplett verabschiedet. Also musste ein Fahrrad mit der Bahn zurück nach Eitorf zum nächsten Fahrradhändler in der Hoffnung, dass dort schnelle Hilfe möglich sein würde. Der andere Teil fuhr dann trotzdem durch das Siegtal talwärts. Möglicherweise hatte die Berichterstattung über den anstehenden „Kälteeinbruch“ andere Radfahrer abgeschreckt, aber wir hatten so den Radweg Sieg fast für uns alleine. Trocken, aber kühl. Ob das auf die paar Kanuten auf der Sieg galt, kann ich nicht beurteilen.

In Eitorf konnte der örtliche Radmechaniker tatsächlich das verbogene Schaltauge retten und ein neues Schaltwerk montieren. Großes Danke! Die Tour konnte also gemeinsam weiter gehen. Bis auf einige wenige Steigungen weg von der Sieg läuft der Radweg entlang des Flüßchens. Meistens kreuzen wir auf Bahnbrücken die Sieg, was immer wieder wunderschöne Blicke auf das Wasser unter uns und das Tal ermöglicht. Unterwegs gibt es reichlich bewirtschaftete und unbewirtschaftete Plätze für eine Pause.

Siegburg ist unser Etappenziel. Das Hotel Kasserolle hatte trotz unserer kurzfristigen Planung ein Zimmer für uns frei und liegt nicht weit von der Sieg. Bei unserem ausgiebigen Frühstück ging ein ordentlicher Schauer herunter, aber wie bei Kachelmannwetter angekündigt, blieb dies der einzige ernsthafte Niederschlag an diesem Tag.

Ab Siegburg weitet sich das Siegtal, der Radweg folgt aber weiterhin dem Fluß. Wir werden irgendwann von einer Umleitung auf die nördliche Seite geführt, so dass wir nicht in den Genuss der Gierfähre an der Siegmündung kommen. Dafür folgen wir hier jedoch nicht der Ausschilderung Erlebnisweg Rheinschiene, sondern fahren auf dem Radweg durch das Naherholungsgebiet „Untere Sieg“. Trotz der rustikalen Wegführung kommen wir mit unserem Trailergespann gut voran und genießen die wilde Natur. Nach zwei Brücken erreichen wir die Siegmündung und den Hafen von Mondorf. Hier verbringen wir etwas Zeit auf der Hafenkirmes und rollen dann weiter Richtung Heimat.

Hätte ich mein Handy nicht zuhause am Landekabel vergessen, gäbe es auch Fotos zum Artikel.

Strecke bei gpsies.com

Rund um Brühl

Es geht ja doch noch. Pfingstsonntag stand mal wieder eine kleine Fahrradtour mit der Familie an und ich habe unterwegs keinen einzigen Geocache gesucht. Auf dem Navi am Wegesrand auftauchende Tradis konnte ich ohne zwanghaftes Suchen einfach vorbeiziehen lassen.

Los ging es in Brühl. Gemächlich rollen wir durch die (für Radfahrer freigegebene) Fußgängerzone in Richtung Giesler-Galerie. Hier beginnt dann der zähe Anstieg über die Pingsdorfer Str. bis auf den Villerücken am Phantasialand. Die Steigung ist gar nicht mal so steil, aber sie zieht sich über 2,5 km. Bergabwärts kommen uns zahlreiche Rennradler im Spitzentempo entgegen, während ich schon auf dem Rettungskranz fahre (zur Ehrenrettung: mit besetzten Anhänger). Oben angekommen gönnen wir uns dann erst mal am Birkhof eine Pause im Biergarten und am Spielplatz. Hier irgendwo muss der Final zum Mystery Navigation Eigenpeilung liegen…

Frisch erholt und gestärkt fahren wir nun durch die Wälder des Naturpark Kottenforst in Richtung Rösberg. Es geht die ganze Zeit eben oder sanft abwärts und wir genießen die Licht- und Schattenspiele der Sonnenstrahlen im Wald. Am Ende des Waldes würde die geplante Streckenführung eigentlich weiter nach Lückenhof führen und von dort wieder parallel zur VRS-Linie 18 zurück in Richtung Brühl. Aber wir beschließen hier abzukürzen und fahren hier direkt über die Felder in Richtung Rösberg – der dortige Wasserturm weist uns den Weg. Durch Merten und Trippelsdorf erreichen wir Walberberg. Dort findet heute ein Oldtimertreffen statt, so dass wir über eine Seitenstraße durch den Ort fahren müssen. Mit dem Kinderanhänger im Schlepp meide ich lieber große Menschenmassen. Man reißt sonst so viele Unachtsame von den Füßen…

Nun lassen wir die Ville endgültig hinter uns liegen und wenden uns der Bornheimer Börde zu. Hier ist es flach und auf dem Weg nach Keldenich gibt ein Blick zurück einen guten Eindruck von den Höhenmetern, die wir uns am Anfang der Tour erarbeitet haben. Am Entenfang in Wesseling pausieren wir wieder einmal am Spielplatz, damit der Nachwuchs seinen Bewegungsdrang auslegen kann, während wir unsere Wegzehrung vertilgen.
Von hier ist es nicht mehr weit bis Berzdorf. Von hier kann man an der Kiesgrube vorbei und unter der Autobahn hindurch zügig das Schloss Falkenlust erreichen. Für Radfahrer ist die Fahrt durch den Schlosspark leider nicht erlaubt, so dass man den Brühler Bahnhof nun nur über die Umgehungsstrasse erreichen kann.

Am Ende der Runde haben wir rund 31 km mehr auf dem Tacho und ca. 126 Höhendifferenz bewältigt. Bei gpsies.com ist der GPS-Track hinterlegt. Der Abschnitt jenseits der Abkürzung ist derzeit nur grob eingezeichnet.

Flaches Land zwischen Rhein und Sieg

Nach dem langen Winter 2009/2010 wird es Zeit, wieder mal eine neue Runde auszuprobieren. In meinem „roten Buch“ Radtouren um Köln bin ich auf die Tour „Flaches Land zwischen Rhein und Sieg“ gestoßen.

Mit einer derzeit noch wachsenden Gruppe möchte ich diese Runde drehen und habe dafür bei einigen potentiellen Sponsoren nach Unterstützung gefragt:

Geocoinshop (Zusage)
AOK Rheinland/Hamburg (Zusage)
boc (Zusage)

Blackfoot (keine Reaktion)
Rheinenergie (Absage)
Radsportbekleidung Schneider (keine Reaktion)
Globetrotter (Absage)

Streckenbescheibung bei bikemap.de

Zehn Seen sehn

Zu Ostern lockte das frühsommerliche Wetter zu eine Familientour. Der neue Kinderanhänge sollte dabei seine „Bewährungsprobe“ bestehen. Auf der Touristmusseite der Stadt Brühl bin ich im Vorfeld auf eine Auswahl an Radtouren gestoßen. Bei der Endabstimmung lag die „anspruchsvolle“ Seen-Tour klar vor der „kultivierten“ Schlösser- und Felder-Tour.

Mit einem Ausdruck der Tourbeschreibung und den selbstgebauten GPX-Daten starten wir am Kaiserbahnhof Kierberg. Leider wird dort immer noch saniert, so dass der Biergarten uns dort nicht zur Verfügung stand. Die etwa 28 km lange Rundtour führt uns bis auf wenige Ausnahmen abseits des Verkehrs durch die Wälder zu den Seen des rekultivierten Naturparks Rheinland. Weil wir jedoch mit dem Oster-Frühstück seehr viel Zeit gelassen hatten, kürzen wir die Strecke auf ca. die Hälfte ab und schließen die Tour nach einer Runde um den Haider-Bergsee im Brühler Schlosspark bei einem leckeren Eis ab.

Radroute 148687 – powered by Bikemap

Siegtal

Schon länger reizte uns mal ein Fahrradausflug ins Siegtal. Den Ausschlag gab uns das Buch „Rhein, Ahr und Sieg“ aus dem Bachem-Verlag. Dort haben wir uns anhand der Beschreibung für die Tour 3 von Au nach Blankenberg entschieden. Nützlicherweise stellt der Verlag auf seiner Internetseite auch gleich den dazugehörigen GPX-Track zur Verfügung.

Klassischerweise erfolgte die Anreise per Bahn. Das Siegtal wird von Köln aus mit dem RegionalExpress 9 (Ri. Siegen/Gießen) und der S-Bahn 12 (Au/Sieg) gut erschlossen. In beiden Zügen können Fahrräder mitgenommen werden. Weil der VRS sonst gerne mal Anlass zum Ärgern gibt, möchte ich diesmal aber auch über die hervorragende Beratung am Schalter unter dem Kölner Hbf berichten. Der dortige Mitarbeiter wies mich auch besondere Bestimmungen zur 5-Personen-Tageskarte hin. Statt Personen können mit dieser Karte auch Fahräder befördert werden (Aber nicht mehr als Personen)! Das hat uns an diesem Tag ein Vierer-Ticket für die Räder erspart.

Die Strecke folgt überwiegend den Siegtal Radweg. Leider stimmt der zwischen Au und Rosbach mit der B256 überein, was uns schon am Sinn der Streckenempfehlung zweifeln ließ. Anreisende per S-Bahn sollten sich das Stück daher ersparen und direkt in Rosbach aussteigen, Anreisende per RE vielleicht sogar schon in Schadern. Aber ab Rosbach geht es immerhin an der Sieg entlang, von der bislang noch gar nichts zu sehen war. Auf halber Strecke vor Schaldern führt der Radweg leider wieder auf die Autostraße (L333).

Auf Höhe des Bahnhofs wartet Schladern mit seinem Wasserfall auf. Dort gibt es auch eine nette Gelegenheit für eine Pause. Die ist auch nötig, denn hier folgt die einzige Steigung auf der Strecke hoch zur Burgruine Windeck. Ein schöner Ausblick über das Siegtal und eine sehenswerte Ruine entschädigen jedoch für die Mühen.  Der Schwung der Abfahrt reicht dann fast bis nach Dattenfeld. Ab hier geht es auf ruhigen Wegen wieder an der Sieg entlang. Hin und wieder kreuzen wir mit Brücken die Sieg oder kürzen eine Schleife ab. Dies ist der landschaftlich schönste Teil der Tour.

Entgegen unserer ursprünglichen Planung beenden wir unsere Ausfahrt nicht in Blankenberg, sondern am Bahnhof von Eitorf, da uns von dort neben der S-Bahn auch wieder der RE zur Verfügung steht.

Beschreibung bei bikemap.de