Mein Log zum Project Glück Auf 2016

Ein großes Event ganz in der Nähe und auch noch auf so einem interessanten Gelände? Das waren für mich vor gut einem Jahr genug Gründe, um mich anzumelden. Außerdem hatte ich vor einiger Zeit schon die Gelegenheit, den Vorstand vom GCV Ruhrgebiet kennen zu lernen und war mir daher sicher, dass hier ein spannendes Event auf die Beine gestellt werden würde.

Anreise
Da im Eintritt schon die Fahrkarte für den örtlichen Verkehrsverbund VRR enthalten war, habe ich gerne darauf zurück gegriffen und bin am Eventtag mit der Bahn angereist. Im Zug habe ich schon eine Cacherkollegin aus Köln getroffen.
Direkt am Haupteingang zur Zeche Zollverein liegt eine Straßenbahnhaltestelle mit Verbindung zum Hauptbahnhof Essen und nicht allzu weit weg liegt die S-Bahn-Haltestelle Zollverein Nord. Von dort waren es nur wenige Minuten Fußmarsch bis zum Eventgelände.

Anmeldung
Wir waren kurz nach 9 Uhr auf Zollverein angekommen. Aus Erfahrung mit früheren Events ging unser erster Gang direkt zur Anmeldung. Dort war zu diesem Zeitpunkt von einer Schlange noch nichts zu sehen und ich konnte direkt an den Schalter gehen und meine vorbestellte Coin und das obligatorische Armbändchen in Empfang nehmen.

Erstes Erkunden
Nun hatten wir erst mal etwas Zeit, um das Gelände zu erkunden und dabei schon ein paar Labcaches zu lösen. Die Fragen waren meist sehr einfach zu lösen und daher 100% Giga-kompatibel. Diese Cacheart hat sich für große Veranstaltungen etabliert und eignet sich prima, um Cachern die Umgebung zu zeigen. Leider wurde der Chirp wohl von der Bühnentechnik gestört, so dass meine frisch heruntergeladene App nichts empfangen konnte. Die abgestellten Helfer für diese Station hatten aber eine schöne Ersatzlösung gefunden. 😉
Das Event-Log“buch“ war kaum zu übersehen. Eine große Lore konnte mit Lackstiften beschriftet werden – eine tolle Idee!

Händlermeile
Inzwischen war auch die Händlermeile geöffnet. Obwohl die Halle mit den Verkaufsständen schon recht groß dimensioniert war, ließ sich die Luft darin schon schneiden, als wir dort eintraten. An den Ständen selbst war das übliche Gedrängel, an kaum einem Stand konnte man direkt an die Auslage, sondern musste immer erst eine Weile warten, bis man sich nach vorne gearbeitet hatte. Trotz des reichhaltigen Angebots habe ich außer einem Satz Aufkleber für Cachebehälter nichts gefunden, was ich dringend benötigen würde. Da hat bei mir schon vor einiger Zeit eine gewisse Sättigung eingesetzt. Und das ist auch gut so. 😉 In dem Gewusel hatte ich dann auch meine Kölner Begleitung verloren.

Zug verpasst und Führung Kokerei
Bei den Ständen habe ich dann soviel Zeit verbracht, dass ich leider die Abfahrt des Dampfzugs verpasst habe. Auch wenn meine aktive Eisenbahnleidenschaft schon eine ganze Weile her ist, hätte ich den Museumszug schon gerne in Aktion gesehen.
Zu meiner anschließenden Führung durch die Kokerei war ich aber dennoch pünktlich. Bei meinem letzten Besuch auf Zollverein hatte ich schon diese imposante Anlage bewundert und nun bekam ich sie auch von einem kompetenten und charmanten Führer erklärt und gezeigt. Der Weg über die Anlage hat sich gelohnt.

Bummel über das Gelände
Im Anschluss bin ich nochmal um die Kokerei gezogen und habe mich gemeinsam mit vielen anderen erfolglos am Cache Seiltanz versucht. An einer anderen Stelle traf ich auf einen Cacherauflauf und bei näherem Betrachten stellte sich der Ort als Final für das kleine Gespenst heraus – zumindest sah das Logbuch sehr danach aus. Am Labcache Salzlager war wohl gerade die Hoecker-Lesung zu Ende, als ich vorbei kam. Ein großer Pulk strömte heraus, als ich die Antwort für den dortigen Labcache suchte.
Am Cafe Kokerei legte ich dann erst mal eine Mittagspause ein. Auch hier traf ich Cacher aus Köln (und Schleswig-Holstein). Im Gegensatz zum Catering auf dem Eventgelände war es hier ruhig, gemütlich und auch nicht so überlaufen.
Auf dem Rückweg zum Zechengelände konnte ich die verbleibenden Labcaches lösen (dachte ich zumindest) und bei einigen Spielen vorbeischauen. Dort waren aber auch erhebliche Warteschlagen, so dass ich auf dieses Vergnügen freiwillig verzichtet habe.

Nochmal Händlermeile
Bei der Händlermeile war es inzwischen etwas ruhiger geworden. Das habe ich für einen zweiten Rundgang genutzt, aber wieder nichts für mich gefunden. Dafür konnte man nun am ein oder anderen Stand auch ein kurzes Gespräch führen. Am rosa Stand bildete sich dann plötzlich eine Traube; offensichtlich war der angekündigte Cuckoo-Cache angekommen. Ich hatte den Eindruck, dass viele in der Traube gar nicht wussten, wofür sie da anstehen bzw. was sie da gerade geloggt haben. 😉

OSM-Workshop
Nun war die Zeit für meinen gebuchten OSM-Workshop gekommen. Der Kokskohlenbunker als Veranstaltungsort war (wenn überhaupt) nur suboptimal ausgeschildert, aber Geocacher rühmen sich ja, Orte zu finden, die sonst keiner kennt. Leider war die Veranstaltung nur sehr dezent besucht. Lag das an der mangelhaften Beschilderung? Im Shop war der Workshop doch ausgebucht, oder? Dafür konnten die Anwesenden um so mehr individuelle Fragen stellen. Für mich hat sich der Workshop auf jeden Fall gelohnt!

Catering
Nun meldete sich mein Magen. An der Vielzahl der Fressstände verteilte sich die Nachfrage recht unterschiedlich. Ich habe mich für die kürzeste Warteschlange entschieden und mir daher eine Pizza gegönnt.

Bühne
Auf der Bühne ging gerade der Soundcheck zu Ende und ich suchte mir einen guten Platz, um mich etwas auszuruhen (mein Schrittzähler war inzwischen bei 22.000 angekommen) und das Treiben auf der Bühne zu beobachten. Sehr positiv fand ich, dass die Lobhudelei und Tombola nicht die sonst üblichen Ausmaße annahmen. Dafür ein besonderes Lob! Auch die Verkündung des nächsten Project-Events ging recht knapp über die Bühne. Mich hätte in dem Zusammenhang aber schon interessiert, wer sich denn überhaupt beworben hat und nach welchen Kriterien die Vergabe stattfand. Mit Saarland, Kiel und Bodensee sind für das nächste Jahr ja schon sehr interessante Orte für große Events angekündigt. Nichtdestotrotz freue ich mich schon sehr auf die Zeppelinstadt Friedrichshafen.

Cachen
Den folgenden Bühnenumbau habe ich dann doch noch genutzt, um das Hohe Rot und die Großmutter zu suchen. Im Laufe des Tages waren mir schon immer wieder Cacher aufgefallen, die sich an einer bestimmten Stelle ins Gebüsch geschlagen haben, nun folgte ich ihrer Spur und wurde schon von anderen Cachern empfangen, die das Logbuch bereits in der Hand hielten. Rudelcachen a la Gigaevent eben. Die Mückenstiche, die ich am nächsten Tag spürte, habe ich mir wohl auch dort eingefangen.
Am zweiten Cache war es etwas ruhiger, dafür ergab sich dort mit einem dazu kommenden Cacher ein sehr interessantes Gespräch über ein Event am anderen Ende der Welt.

Bühne
Alex im Westerland – eine Ärzte und Tote Hosen Coverband heizte nun auf der Bühne den noch anwesenden Cachern ein. Anfangs hatten sie es noch etwas schwer, aber im Laufe ihres Auftritts eroberten sie das Publikum immer mehr und zum Abschied mussten sie sogar noch Zugaben spielen. Ein toller Auftritt!
Wer jetzt noch auf dem Gelände war, wollte aber eigentlich keine toten Ärzte hören, sondern die Dosenfischer. Die setzten dem Tag dann auch noch den i-Punkt auf. Mit ihren Texten beleuchten sie gewohnt gekonnt die Geocacher-Seele. Selbst Signal konnte sich nicht zurückhalten und tanzte auf der Bühne mit. Einziger Wermutstropfen war für mich die mangelhafte Tontechnik. Ich fand, die bekamen einfach keinen sauberen Sound hin.
Angesichts der noch anstehenden Rückreise machte ich mich schon in der Pause des Dosenfischerkonzerts auf den Rückweg. Gerne hätte ich auch noch den zweiten Teil gehört, aber die nächste Zugverbindung hätte mich einfach zu spät nach hause gebracht.

Fazit
Das Gigaevent Project Glück Auf 2016 in Essen hat mir einen tollen und ereignisreichen Tag auf der Zeche Zollverein beschert. Das Orgateam hat vor einer großartigen Kulisse ein prima Event auf die Beine gestellt. Natürlich läuft bei so einer Veranstaltung nie alles reibungslos, aber unter dem Strich bleibt bei mir die Erinnerung an einen ganz wunderbaren Tag unter Gleichgesinnten.
Das Thema Kohle und Stahl wurde schön umgesetzt, einige Besucher hatten sich sogar passend gekleidet – vom Steigerhemd bis zur kompletten Bergmannsmontur! Die Führungen boten die Gelegenheit, das Gelände näher zu erkunden. Die üblichen Workshops haben das Angebot gut ergänzt.
Auf dem weitläufigen Gelände konnten sich die Mengen gut verteilen, selbst an den verschiedenen Schwerpunkten war es nie unangenehm überfüllt.
So manche inoffizielle Nebenevents bekam man leider nur per Zufall mit z.B. das Coinertreffen, den moving cache oder die Anwesenheit von Lackeys. Nicht jeder nutzt FB. Ich erwarte eigentlich alle Informationen auf der zentralen Internetseite in gebündelter Form – oder zumindest Verweise darauf.
Warteschlagen gehören zu einer Großveranstaltung nun mal dazu. Das muss man nicht gut finden, aber man kann sich darauf vorbereiten bzw. darauf einstellen. Ich bin auf Zollverein weder verhungert noch verdurstet. Die vielen verschiedenen Cateringstände haben die Nachfrage gut verteilt.

Liebes Orga-Team von Glück Auf 2016,
ihr habt einen tollen Job gemacht. Ich habe mich auf eurem Event sehr wohl gefühlt!
Glück auf!

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Ein offener Leserbrief (updated)

In der WAZ ist am 03.02.2015 unter der Überschrift „Wie Geocacher und Gassigeher dem Wald Schaden zufügen“ ein Artikel erschienen. Darin werden – mal wieder – Geocacher als Umwelttrampel dargestellt.

Meist ignoriere ich derartige Berichte, da sie häufig die Sachlage nicht richtig wiedergeben oder nicht in meiner Umgebung verortet sind. Dieses Mal kann ich mich aber nicht zurückhalten, da der Landesverband NRW des VCD, einem ökologisch ausgerichteten Verkehrsclub, dem ich mich eigentlich verbunden fühle, diesen Artikel unkommentiert bei Twitter weiterverbreitet hat.

Wahrscheinlich hat inzwischen jeder mal den Begriff „Geocaching“ gehört, aber nur wenige wissen genau, was es damit auf sich hat und wie die Spielregeln hierzu lauten. Trotzdem werden die Geocacher gerne pauschal für irgendwelche Missstände herangezogen. Dass die „GPS-basierende Schatzsuche“ zumindest in der Vergangenheit meist im Verborgenen stattfand, hat wahrscheinlich für manche Missverständnisse und Vorurteile gesorgt.

Geocaching ist seit fast 15 Jahren ein wunderbares Hobby, das weltweit Menschen jeden Alters in die Natur führt, sie in Bewegung versetzt und ihren ihre Umwelt auf eine neue Art und Weise vor Augen führt. Das läuft nicht immer ohne Konflikte mit den anderen „Nutzern“ der Landschaft ab. Aber diese Konflikte sind mit gutem Willen auf beiden Seiten gut lösbar.

Im Folgenden möchte ich kurz auf einzelne Passagen des Artikels eingehen:

Viele wissen nicht um die Schäden, die sie in der Natur anrichten – und was im Wald erlaubt ist und was nicht“.

Dieser Vorwurf trifft sicherlich auf die Gesamtbevölkerung zu. Geocacher suchen aber immer wieder aktiv die Kommunikation mit Förstern und Jägern, um gegenseitige Vorurteile abzubauen und für gegenseitiges Verständnis zu werben. So sind z.B. auch auf der diesjährigen Messe Jagd & Hund in Dortmund zum wiederholten Male Geocacher ehrenamtlich mit einem eigenen Stand vertreten und stehen dort als Ansprechpartner zur Verfügung.

Früher blieben die Menschen auf den Wegen, schon um sich nicht zu verlaufen. Heute gehen sie GPS-gesteuert kreuz und quer durch die Natur, Trampelpfade entstehen.“

Das Problem dabei: Immer wieder werden Rehe beim Äsen auf Wiesen aufgescheucht. „Werden sie dauernd gestört, ziehen sie sich in Dickungen zurück, das ist dort, wo der Wald sich entwickelt, fressen da u.a. junge Buchen.“ Das schädigt den Wald. In drei Jahren sei ein Cache in einer Dickung im Bezirk 1200 Mal angelaufen worden. „Da muss man sich nicht wundern, wenn Schleiereulen sich andere Orte suchen.“

Grundsätzlich ist es nicht verboten, im Wald die Wege zu verlassen. In besonderen Schutzgebieten (z.B. Naturschutzgebiete) ist das anders. Dort gilt in der Regel ein Wegegebot – für alle Waldbesucher. Daher weisen Geocacher in ihren Versteckbeschreibungen dort auch meist ausdrücklich darauf hin, dass hier die offiziellen Wege nicht verlassen werden dürfen. Ein Geocache dürfte daher in sensiblen Gebieten gar nicht versteckt sein. Sollte tatsächlich einmal ein Cache in einer Dickung liegen, so sollte dem im Artikel genannten lokalen Vertreter des Waldbauernverbandes NRW eigentlich bekannt sein, wie er Kontakt mit den „Geocaching-Schiedsrichtern“ aufnehmen kann. Gerade in jüngster Zeit haben sich vermehrt Geocacher als lokale Ansprechpartner angeboten. Notfalls gibt es auch einen deutschsprachigen Ansprechpartner in Seattle/USA.

Nüfer weiß von Nacht-Geocaching mit phosphoreszierenden Stecknadeln , die in Bäume gesteckt werden. „Das ist Sachbeschädigung“, sagt er.

Wahrscheinlich hat er mit dieser Behauptung juristisch sogar recht. Es muss aber die Frage erlaubt sein, welchen Schaden reflektierende Stecknadeln in einer Baumrinde haben. Es gilt unter Geocachern inzwischen als eine Ehrenregel, dass Bäume (und anderes fremdes Eigentum) selbstverständlich nicht beschädigt werden dürfen. Befestigungen mit Schrauben oder Nägeln sollten daher tabu sein. Manche Wegebeschilderung im Wald ist da viel problematischer.

Und die Caches seien meist Plastikdosen, die später einfach als Müll zurückgelassen würden. Dass viele ihren Müll achtlos wegschmeißen, stellt auch WAZ-Leserbeirat Albert Hille fest: „Ich jogge im Wald in Welper, da ist kein Meter, auf dem nicht Müll liegt.“

Geocachebehälter sind häufig Tupperdosen o.ä. Und sie liegen oft jahrelang in ihrem Versteck. Um sie herum gibt es eine gewisse „Bannmeile“ für weitere Verstecke. So wird verhindert, dass zuviele Verstecke an einem Ort liegen. Wenn der Besitzer irgendwann seinen Cache aufgegeben wird, so wird er ihn im Regelfall danach auch wieder einsammeln. Hier einen Bezug zu Müll im Wald herzustellen, empfinde ich als arge Verdrehung der Sachlage. Müll im Wald ist ein sehr ärgerliches Thema. Daher veranstalten Geocacher gelegentlich in Abstimmung mit örtlichen Behörden oder Grundstücksbesitzern Müllsammelaktionen, sog. Cito-Events. Auch darüber hat die WAZ schon öfter berichtet .

Weder bei den Geocachern noch bei den anderen Waldnutzern wie Wanderer, Vogelbeobachtern, Förstern, Hundebesitzern u.v.m. ist alles fehlerfrei. Aber bei der bunten Gruppe der Geocacher ist der positive Wille vorhanden. Wenn es also Probleme geben sollte, sprecht mit ihnen, aber nicht über sie – und schon gar nicht nur schlecht!

Update 13.02.2015: Die vielstimmige Kritik scheint beim der WAZ/Der Westen angekommen zu sein. Heute gibt es einen Artikel „Geocacher werden bei Beschwerden aktiv“, der sich schon fast wie eine Gegendarstellung ließt.

Angepackt!

Wie schon hier und anderswo berichtet, wird die Stadt Köln nun also ihren Landschaftsplan überarbeiten. Die darin enthaltenen Regelungen (Verbote und Gebote) für verschiedene geschützte Gebiete sollen u.a. für die „neue Art der Freizeitbeschäftigung“ Geocaching ergänzt werden. Mit der Begründung, dass „Geocaching-Behälter … überwiegend in vorhandenen natürlichen oder künstlichen Hohlräumen, wie etwa Baumhöhlen, versteckt“ werden, soll nun also in diesen Gebieten verboten werden „Geocache-Behälter zu verstecken, anzubringen oder nach den Geocache-Behältern zu suchen.“

Hier zeigt sich wieder einmal ein grundsätzliches Problem. Die Behauptung mit den Baumhöhlen stammt vermutlich aus einem Zeitschriftenartikel und wird immer wieder hervorgekramt, wenn im Zusammenhang mit Naturschutz über Geocaching gesprochen wird. Aber es gibt – meines Wissens nach – keine gleichwertige Gegendarstellung. Wir sind nicht ansprechbar, wir treten nicht in Erscheinung. Es gibt uns nur als diffuse Menge. Leserbriefe oder hitzige Diskussionen in diversen Onlineforen erreichen die Entscheidungsträger überhaupt nicht. Für sie gibt es nur die unwidersprochene Behauptung mit der Baumhöhle. Und das ist nicht gut, denn Baumhöhlen sind als Lebensraum über das Bundesnaturschutzgesetz geschützt! Also sind die Geocacher Naturfrefler und ihr Tun muss verboten werden. So weit – so schlüssig. Leider.

Wie lässt sich dieses Problem beheben? Zumal es nicht Köln-spezifisch ist, sondern schon in der Vergangenheit an anderen Orten aufgetreten ist und mit Sicherheit auch in der Zukunft wieder auftreten wird. Eine Methode, die wir mehrheitlich schon seit längerem verfolgen, ist: Kopf in den Sand. Es wird schon nichts passieren bzw. was ich im Wald tue, geht niemanden etwas an und das bekommt im Regelfall ja auch keiner mit. Wie wir nun sehen, ist diese Strategie aber gescheitert.

Oder ich nutze die Gelegenheit und spreche die Verantwortlichen an. Das mag Überwindung kosten, Umdenken erfordern und ist womöglich auch nicht für jeden Charakter ganz einfach. Aber wenn es konkret wird, wird der Ansprechpartner (in NRW) höchstwahrscheinlich gar keinen negativen Fall in seinem Bezirk nennen können – außer der Baumhöhle vom Hörensagen. Und dann kann ich Aufklärungsarbeit leisten und von den Guidelines, den Selbstreinigungskräften und den vielen tollen Facetten beim Geocaching erzählen. Und dann ist der Geocacher in den Augen des Gegenüber vielleicht gar nicht mehr so böse wie er vorher erschien!

Auf Augenhöhe von Förster zu Geocacher wird das wahrscheinlich auch tatsächlich funktionieren, aber nicht als Einzelperson gegen eine Millionenstadt. Also muss ich meinen guten Argumenten mehr Gewicht verleihen. Ich brauche mehr als „nur“ die Stimme eines Einzelnen. In welcher Form das letztendlich passiert, ist eigentlich zweitrangig. Das kann eine lockere Interessengemeinschaft sein, ein nicht-eingetragener Verein (ja, so etwas gibt es), ein eingetragener Verein (e.V.) oder irgendetwas ganz anderes. Hauptsache das Ziel wird erreicht und die Argumente werden gehört! Ich habe zumindest nicht vor, mir mein Hobby einfach so verbieten zu lassen!

Hier im Rheinland passiert das nun wegen des konkreten Anlasses. Aber wäre es nicht besser, den Verantwortlichen in der Lokalpolitik und den Behörden, den Jägern und Förstern die Sache mit der Baumhöhle schon auszureden, bevor sie u.a. aus Unwissenheit gegen unser Hobby aktiv werden? Die vielen erfolgreichen Einzelbeispiele sprechen doch für sich. Und damit das Ganze auch glaubwürdig bleibt, wünsche ich mir, dass die Spielregeln auch von uns tatsächlich nach bestem Wissen und Gewissen eingehalten werden.

Mehr in Kürze …

Situation des Geocachings in Köln

Weil gerade durch Twitter und die Blogosphäre einige unrichtige Behauptungen geistern, möchte ich kurz die aktuelle Situation zum Geocaching in Köln darstellen:
Der Rat der Stadt Köln hat gestern als Tagesordnungpunkt 6.2.2 einen Beschluss zur Fortschreibung des Landschaftsplans Köln gefasst:

Der Rat beschließt … entsprechend der Anlage 1:

  • … die 12. Änderung des Landschaftsplans Köln einzuleiten“

Den Inhalt der Anlage 1 hatte ich in meinen letzten Blogeintrag bereits aufführlich dargestellt.

Aber: Mit diesem Beschluss beginnt erst das Änderungsverfahren. Es ist noch kein Verbot beschlossen worden!

Selbstverständlich wollen wir das beabsichtigte Verbot so nicht hinnehmen und arbeiten auch bereits an diesem Thema. Aber es zeigt doch, wie weit es „die Geocacher“ schon gebracht haben.

Mehr hierzu demnächst…

Geocachingverbot in Kölns Grünflächen droht

Durch einen Tweet von Eigengott bin ich darauf aufmerksam geworden, dass die Stadt Köln seit dem letzten Sommer dabei ist, ihren aktuellen Landschaftsplan zu aktualisieren (siehe dort Anlage 1). Im Landschaftsplan sind die allgemeinen Regelungen (Ge- und Verbote) für Landschaftsschutzgebiete, Naturschutzgebiete, geschützte Landschaftsbestandteile und Naturdenkmale zusammengefasst. Derzeit laufen noch die Anhörungen der Bezirksvertretungen. Ende März wird der Ausschuss für Umwelt und Grün sein abschließendes Votum abgeben und damit dem Rat der Stadt empfehlen, voraussichtlich am 8. April entsprechend darüber abzustimmen4.

In der Neufassung sind für geschützte Landschaftsbestandteile2 (z.B. für die Innenstadt Stadtgarten/Venloer Str., Friedenspark/Römerpark, Stadtgarten Deutz und Jüdischer Friedhof), Naturschutzgebiete (Königsforst, Wahner Heide1, Chorbusch und 20 19 weitere) und Naturdenkmale3 (ca. 1.200 Einzelbäume) ausdrückliche Geocachingverbote vorgesehen. Auch wenn die meisten Kölner Geocaches wahrscheinlich nicht in diesen Schutzräumen liegen, so sind hier aber doch künftig landschaftlich besonders reizvolle Gebiete für Geocaches gesperrt. Darüber hinaus ist zu erwarten, dass von einer solchen Regelung in der viertgrößen deutschen Stadt eine gewisse Signalwirkung für die umliegenden Städte und Gemeinen ausgehen könnte. Es sein denn, es gelingt uns Geocachern die Lokalpolitiker und die Stadtverwaltung davon zu überzeugen, dass Verbote nicht der geeignete Weg sind, um Schäden durch Geocaching zu verhindern.

Ansonsten ist künftig verboten

Geschützte Landschaftsbestandteile (S. 79/102 des Entwurfs)
„Geocache-Behälter in oder an Bäumen incl. des Kronentraufbereiches und in stehenden oder fließenden Gewässern incl. der Uferbereiche zu verstecken, anzubringen oder nach den Geocache-Behältern zu suchen.
Erläuterung:
Hierdurch sollen in den besonders empfindlichen Bereichen Störungen für die Tierwelt vermieden und eine möglichst ungestörte Vegetationsentwicklung insbesondere für trittempfindliche Flächen gewährleistet werden.“

Naturschutzgebiete (S. 128/148f)
„Geocache-Behälter zu verstecken, anzubringen oder nach den Geocache-Behältern zu suchen.
Erläuterung:
Hierdurch sollen in den Naturschutzgebieten Störungen für die Tierwelt und Schädigungen der Vegetation vermieden werden.
Begründung:
Seit der Erfindung des Geocaching im Jahr 2000 hat sich diese Art der Freizeitgestaltung sehr schnell etabliert und verbreitet. Zwischenzeitlich existieren derzeit etwa 280.000 aktive Caches in Deutschland, wobei mit ca. 47.000 Caches in NRW die meisten zu finden sind. Die Geocache-Behälter werden überwiegend in vorhandenen natürlichen oder künstlichen Hohlräumen, wie etwa Baumhöhlen, versteckt. Je nach Schwierigkeitsgrad der Aufgaben kann durchaus eine Baumhöhle in der Baumkrone als Versteck dienen. Störungen der Tierwelt, insbesondere Vögel und Fledermäuse, aber auch der Vegetation sind dabei unvermeidbar.“

Naturdenkmale (S. 167/171)
„Geocache-Behälter in oder an Bäumen incl. des Kronentraufbereiches zu verstecken oder nach den Geocache-Behältern zu suchen.
Erläuterung:
Hierdurch sollen Schädigungen der Bäume und Störungen für die Tierwelt vermieden werden vermieden werden.“

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Updates
1 Die Wahner Heide ist vom Kölner Landschafsplan nicht erfasst. Für sie gibt es einen eigenen Landschaftsplan.
2 Insgesamt 184 Einzelflächen (ab Gliederungspunkt 3.5.2 im bestehenden Landschaftsplan)
3 Im Landschaftsplan sind 141 Bäume als eigenes Naturdenkmal und weitere 460 Bäume im Rahmen eines geschützten Landschaftsbestandteils als Naturdenkmal ausgewiesen, ferner eine Quelle. Weitere 824 Bäume sind über eine Verordnung über Naturdenkmale ausgewiesen (vgl. Mitteilung zur Vorlagen-Nummer 1809/2012 vom 23.05.2012).
4 Mit dem Ratbeschuss wird die Verwaltung beauftragt, das Änderungsverfahren einzuleiten und in dem Rahmen Bürger und Träger öffentlicher Belange zu beteiligen (vgl. §§ 27-29 Landschaftsgesetz NRW).

Was ist mindestens dabei?

Spike05 hat einen Blogpetling in die Runde geworfen und fragt dabei, was ist Eure Minimalausrüstung, die Ihr beim Geocachen immer dabei habt?

So einfach die Frage klingen mag, so ist sie doch gar nicht so einfach zu beantworten. Wenn ich mich zum Cachen aufmache, ist natürlich immer das GPSr dabei. Die Cachebeschreibungen der Umgebung trage ich in meinem Smartphone via GeOrg mit mir herum. Wenn ich „nur so“ unterwegs bin und sich unverhofft die Gelegenheit zum Cachen ergibt, dann kommt auch mal der GPS-Empfänger im Telefon zum Einsatz. In sämtlichen Jacken, Fahrradtaschen und im Rucksack stecken inzwischen irgendwelche billigen Kugelschreiber oder Bleistifte, um in jeder Situation loggen zu können. Mit dieser Minimalausstattung lassen sich die meisten Caches problemlos bewältigen.

Weitere Ausrüstungsgegenstände sind abhängig von der konkreten Tour. Für einen schönen Wochenend- und/oder Wandermulti oder eine Geocaching-Fahrradtour nehme ich auch gerne etwas zum Tauschen mit. Dann befinden sich im Rucksack bzw. in der Fahrradtasche natürlich auch noch viele weitere nützliche Dinge wie Fotoapparat, Taschenmesser, Massband, ggf. ein kleines Fernrohr, ein Erste-Hilfe-Päckchen, ggf. Trackables usw. Und wenn ich vorher auch die Cachebeschreibungen gründlich gelesen habe, dann nehme ich hoffentlich auch benötigte Spezialausrüstung wie UV-Lampe, Taschenlampe, Magnetangel, Watstiefel etc. mit.

 

Packliste für’s Fahrradcachen

Mit Freude stelle ich fest, dass es immer öfter Geocaching/Fahrrad-Events gibt. Eine schnelle Suche ergab folgende aktuelle und wahrscheinlich nicht vollständige Liste:

  • 4. Rheinisches Frühlingsradeln (GC411R5) by illo, 11. Mai 13, 45km
  • B*A*S*E 2013 (GC45BPM) by F.O.V.U.n.e.V., 25. Mai 13, individuelle Strecke
  • Radtour auf Napoleons Spuren: Grand Canal du Nord (GC39JM9) by kashkash, 26. Mai 13, keine Angabe zur Streckenlänge
  • mortS ned negeG, Nidda goes Main (GC48KNF) by miffilizzi, 26. Mai 13, 20km + individuelle Rückfahrt
  • Grenzpatrouille per Rad #3c (GC4A47B) by Golgafinch, 9. Juni 13, 35km
  • VRT Vogtländische Radel Tour (GC4B36D) by Team ACW, 29. Juni 13, 35km

Aus diesem Anlass publiziere ich hier mal meine Packliste für ganztägiges Fahrradcachen:

Fahrradausstattung

  • Lenkertasche oder eine Packtasche hinten
  • Trinkflasche, gefüllt
  • Reifendruck (4 bar)

Werkzeug (in Lappen eingewickelt)

  • Luftpumpe
  • Flickzeug/Reifenheber
  • Minitool
  • 8er, 10er und 14er Schraubenschlüssel
  • Wechselschraubendreher

Geocaching

  • Navi mit geladenen Akkus und aktueller PQ
  • Cachelistings auf Papier oder paperless
  • Trackables
  • Tauschgegenstände
  • Schreibgeräte (min. 1 Ersatzstift)

Sonstiges Zubehör

  • Fotokamera/Speicherkarte
  • Mobiltelefon, geladen
  • Ersatzakkus
  • Taschenmesser
  • Ladeadapter AAA auf USB

Verpflegung

  • Traubenzucker
  • Obst
  • Belegte Brötchen
  • Apfelschorle

Sonstiges

  • Sonnencreme
  • Mini-Erste-Hilfe-Set
  • Handtuch
  • Geld + EC-Karte (Portemonnaie)

Angelehnt an
http://www.fahrrad-xxl.de/cms/beratung/fahrradreisen-touren/tourenausruestung-packliste/