Hafen vs. Naturschutz

Ganz im Kölner Süden liegt Godorf. Neben Ikea und Raffinerien befindet sich dort der Godorfer Hafen der Häfen und Güterverkehr Köln AG (HGK), siehe auch google-maps und wikipedia. Direkt daneben liegt die Sürther Aue, ein Naturschutzgebiet, das zugleich ein Überschwemmungsgebiet bei Rheinhochwasser ist. Nach jahrzehntelangen Diskussionen hat der Rat der Stadt Köln nun mit den Stimmen der CDU und SPD (53 Ja- zu 35 Nein-Stimmen) der Erweiterung des Hafens zu Lasten der Aue zugestimmt.

Eigentümer der HGK sind zu 54,5 Prozent die Stadtwerke Köln GmbH (SWK), zu 39,2 Prozent die Stadt Köln und zu 6,3 Prozent der Erftkreis. Der Vorstand besteht aus Dr. Rolf Bender und Horst Leonhardt, Vorsitzender des Aufsichtsrats ist Johannes Waschek (Angaben: Webseite HGK).

In der Aktionsgemeinschaft Contra Erweiterung Godorfer Hafen haben sich umliegende Dorfgemeinschaften und Bürgerinitiativen pro sürth e.V., DG Sürth e.V., Bürgervereinigung Rodenkirchen e.V., NABU, Dorfgemeinschaft Weiß e.V., BUND, Bürgerinitiative Hochwasser Altgemeinde Rodenkirchen e.V., Goding e.V., Immendorf 2000 e.V., Umweltforum Kölner Süden zusammen geschlossen, um den Ausbau zu verhindern.

Seit etlichen Jahren schwehlt der Konflikt um den Hafenausbau. Gutachten der Beführworter werden von Gutachten der Gegner wiederlegt. Das letzte Kapitel wurde aufgeschlagen, nachdem die HGK im Juli 07 ein Gutachten von Prof. Baum vorgelegt hatte, das die wirtschaftlichen Vorteile gegenüber den ökologischen Nachteilen positiv bewertet. Das Gegengutachten der Aktionsgemeinschaft sieht das entsprechend anders und wirft Prof. Baum vor, mit veralteten Zahlen gearbeitet zu haben.

Die Aktionsgemeinschaft führt als Gegenargumente an, dass ein Hafenausbau nicht nur umweltschädlich wäre,

weil ein für ganz Köln attraktives Naherholungsziel wegfallen würde
Lebensraum für viele, teilweise seltene Tiere und Pflanzen verloren ginge
zusätzlicher Lärm rund um die Uhr durch Containerbewegungen, Eisenbahnbewegungen und LKW-Verkehr entstünde
wichtige Überschwemmungsfläche für Rheinhochwasser verloren ginge
sondern auch rechtswidrig wäre, weil ein ausgewiesenes Naturschutzgebiet zerstört würde und somit gegen das Naturschutzgesetz des Landes NRW verstoßen würde

und auch Steuergeld-Verschwendung wäre, weil

die ca. 60 Mio. Euro Hafenausbaukosten, die die Stadt Köln (bzw. die Steuerzahlen) investieren sollen (nach derzeitiger Schätzung, vgl. Kölner U-Bahn-Bau), in anderen Bereichen besser angelegt wären
der Nachweis der Wirtschaftlichkeit nicht erbracht ist. Es gibt genügend Kapazitäten in den Kölner Häfen. Das Gutachten der HGK wäre „schöngerechnet”.
Die nun letzte Möglichkeit, diesen wirtschaftlichen und ökologischen Unsinn zu beenden, ist ein Bürgerbegehren.

von ksued um # 08:27 in Köln&Südstadt
FREITAG, 31.08.2007

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