Team Telekom 1997

Nach den jüngsten Dopingbeichten stellt sich mir das Team Deutsche Telekom, mit dem Jan Ullrich die Tour de France 1997 gewann, inzwischen wie eine rollende Apotheke dar:

Bjarne Riis (DEN), jetzt Team CSC
1997 gab es den Vorwurf von Olympiasieger Pascqual Richard, dass Riis im Trainingslager in Lanzarote einen positiven Doping-Test gehabt habe. Er selbst kommentierte die Vorwürfe damit, dass er nie positiv getestet worden sei. Der ehemalige Masseur des Telekom Teams Jeff d’Hondt beschuldigte Riis in einem am 26. März 2007 ausgetrahlten TV-Interview massiv mit Epo gedopt zu haben. In Fachkreisen erhielt Riis den Namen „Monsieur 60%“, eine Anspielung auf den bei ihm häufig gemessenen Hämatokritwert von 60%, der damit deutlich über dem Normalwert lag. Das Blutdopingmittel Epo erhöht die Anzahl roter Blutkörperchen und damit auch den Hämatokritwert, ist aber erst seit 2000 direkt nachweisbar.

Rolf Aldag (GER), jetzt Sportlicher Leiter Team t-mobile
Am 24. Mai 2007 gestand Aldag im Rahmen einer Pressekonferenz das regelmäßige Doping mit EPO. Zum Teil hat er sich das Epo selbst gespritzt. Anlass war wohl die Enthüllungen von Pflegers Jef d’Hont. Dieser beschuldigte u.a. in seinem im April 2007 erschienenen Buch „Memoires van een wieler-verzorger“ („Erinnerungen eines Radfahrer-Pflegers“) den Rennstall Team Telekom des organisierten und systematischen Dopings mit EPO in den frühen 90er Jahren.

Udo Bölts (GER), jetzt Sportlicher Leiter beim Team Gerolsteiner
Im Rahmen des Team-T-Mobile-Skandals gab Bölts am 23.05.2007 zu, 1996 mit der Einahme von EPO und Wachstumshormonen begonnen zu haben, um an der Tour de France 1996 teilnehmen zu können. Bis einschließlich 1997 habe er die Einnahme fortgeführt.

Christian Henn (GER)
Wegen Dopings fiel er 1999 als Fahrer von Team Telekom auf. Der erhöhte Testosteronspiegel kam angeblich durch Einnahme eines, von seinem Schwiegervater empfohlenen, Kräutermixes zustande, der einen bis dahin unerfüllten Kinderwunsch erfüllen sollte, was damit auch gelang. Nach dem positiven Befund beendete Christian Henn seine Karriere als aktiver Rennfahrer.
Wie am 22. Mai 2007 durch Hans-Michael Holczer bekannt wurde, hat Henn gestanden, zwischen 1995 und 1999 mit EPO gedopt zu haben.

Jan Ullrich (GER)
Vorwürfe wegen seiner Verwicklung in den „Spanischen Dopingskandal“ kurz vor der Tour de France 2006, die Gegenstand aktueller Untersuchungen sind, führten zum Ausschluss Ullrichs von Teilnahme an der Rundfahrt und zur fristlosen Kündigung durch seinen Arbeitgeber, das T-Mobile Team, am 20. Juli 2006. Ullrich bestreitet bis heute öffentlich, jemals illegale Mittel zur Leistungssteigerung genutzt zu haben, wofür er unter anderem die Tatsache anführt, dass sein einziger positiver Test im Jahre 2002, der zu einer sechsmonatigen Sperre führte, auf einer in einer Diskothek konsumierten Pille (amphetaminhaltiges Ecstasy) beruhen soll. Jedoch wurden beim spanischen Doping-Arzt Fuentes gefundene Blutbeutel per DNS-Analyse mittlerweile eindeutig Ullrich zugeordnet.

Erik Zabel (GER), jetzt Milram
Am 24. Mai 2007 gestand Zabel im Rahmen einer Pressekonferenz, zumindest eine Woche lang Doping mit EPO bei der Tour de France 1996 betrieben zu haben. Er bezeichnete es als eine Art Testphase, die er aber nach rapider Verschlechterung seiner gesundheitlichen Werte beendete. Danach hat er nach eigener Aussage nie wieder gedopt.
(Quelle: wikipedia.de)

Über Jens Heppner (GER) jetzt Sportdirektor des Teams Wiesenhof-Felt, Giovanni Lombardi (ITA), jetzt Team CSC und Georg Totschnig (AUT), jetzt Team Gerolsteiner sind bislang keine Dopinggeständnisse bekannt.

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