Köln im Fahrradklima-Test 2014

Der ADFC hat wieder bundesweit Fahrradfahrer befragt und die Auswertung des Fahrradklima-Test 2014 präsentiert. 100.000 Menschen haben an dieser Befragung, wie fahrradfreundlich ihre Stadt oder Gemeinde ist, teilgenommen.

Bei der Präsentation im Bundesverkehrsministerium sagte Staatssekretär Bomba: „Die Fahrradfreundlichkeit ist aber auch ein guter Gradmesser für die Lebensqualität einer Stadt. Wir können den Anteil des Radverkehrs weiter erhöhen, wenn sich Radfahrerinnen und Radfahrer gut und sicher im Straßenverkehr fühlen.“ Der Test zeichne Kommunen aus, die den Radverkehr besonders vorantreiben, und biete den anderen zugleich konkrete Anhaltspunkte für Verbesserungen – sei es bei der Sicherheit, dem Wegenetz oder auch bei den Abstellmöglichkeiten. Die Auszeichnung ist damit Dank und Ansporn zugleich, so Bomba weiter.

Für die Stadt Köln kommt dabei ein noch desaströseres Ergebnis als vor zwei Jahren heraus. Die Anzahl der Teilnehmer der Befragung ist mit 1.642 nahezu auf dem Wert von 2012 geblieben (1.650). Die Durchschnittsnote aller 27 Fragen lag hier bei 4,3, während der Durchschnitt aller Städte in der Größenordnung >200.000 Einwohner bei 3,8 lag. 2012 nahm Köln von 38 beurteilten Großstädten den 31. Platz ein, 2014 ist es der 36. von 39 Städten. Das heißt, nur in drei Größstädten fühlen sich Fahrradfahrer noch unwohler!

Schaut man sich die Ergebnisse der Einzelfragen an, so fällt auf, dass lediglich drei Fragen mit der gleichen Note wie der Durchschnitt der anderen Großstädte beantwortet wurden. Offensichtlich fahren trotz der Mängel alle Alterstufen in Köln mit dem Rad (2,8). Die Öffnung der meisten Einbahnstraßen für Radfahrer wird von den Fahrradfahrern honoriert (2,7) und nach Ansicht der Kölner Teilnehmer sind öffentlich zugängliche Leihrader für jeden einfach, zuverlässig und preiswert nutzbar (3,0).

Keine einzige Bewertung liegt über dem Durchschnitt. Besonders groß ist die negative Abweichung bei der Beurteilung der Oberfläche  und der Breite der Radwege in Köln (-0,8 und -0,7). In diesem Zusammenhang darf daran erinnert werden, wie schwer sich die Stadtverwaltung damit tut, ausgewiesene und benutzungspflichtige Radwege regelmäßig zu begehen. Nach dem Zustand vieler Radwege wäre eine sofortige Sanierung oder zumindest eine Aufhebung der Benutzungspflicht erforderlich. Stattdessen malt man lieber sogenannte Schutzstreifen auf sanierte Straßen, toleriert dann aber, dass diese hemmungslos zugeparkt werden (Falschparkerkontrolle auf Radwegen, Note 5,1).

Fahrradfahren in Köln macht keinen Spaß (-0,7), man fühlt sich nicht sicher (-0,6).

Ansonsten gilt wahrscheinlich mein Fazit zum Ergebnis von 2012 auch weiterhin. Ich sehe kein Konzept für den Radverkehr, sondern einen Flickenteppich. Zwar wird derzeit für die Stadtbezirke Lindental und Innenstand mit viel Tamtam ein Konzept erarbeitet, aber für eine Umsetzung der notwendigen Maßnahmen – inbesondere der mit nicht allerhöchster Priorität – ist gar kein Geld vorhanden.

Ich würde mir wünschen, dass die Verantwortlichen in Verwaltung und Politik diese Ergebnisse ernstnehmen würden. Es wäre doch einmal spannend zu untersuchen, was andere Großstädte mit besseren Beurteilungen anders machen?
Frau Reker, Herr Ott wie stehen Sie dazu?

Und noch ein Detail am Rande. Fahrräder werden in Köln wohl besonders häufig gestohlen (Note 5,0). Vielleicht sollte die Kölner Polizei hier mal einen Schwerpunkt legen und stattdessen als schikanös empfundene Kontrollen von Fahrradfahrern etwas zurückfahren.

Ein offener Leserbrief (updated)

In der WAZ ist am 03.02.2015 unter der Überschrift „Wie Geocacher und Gassigeher dem Wald Schaden zufügen“ ein Artikel erschienen. Darin werden – mal wieder – Geocacher als Umwelttrampel dargestellt.

Meist ignoriere ich derartige Berichte, da sie häufig die Sachlage nicht richtig wiedergeben oder nicht in meiner Umgebung verortet sind. Dieses Mal kann ich mich aber nicht zurückhalten, da der Landesverband NRW des VCD, einem ökologisch ausgerichteten Verkehrsclub, dem ich mich eigentlich verbunden fühle, diesen Artikel unkommentiert bei Twitter weiterverbreitet hat.

Wahrscheinlich hat inzwischen jeder mal den Begriff “Geocaching” gehört, aber nur wenige wissen genau, was es damit auf sich hat und wie die Spielregeln hierzu lauten. Trotzdem werden die Geocacher gerne pauschal für irgendwelche Missstände herangezogen. Dass die „GPS-basierende Schatzsuche“ zumindest in der Vergangenheit meist im Verborgenen stattfand, hat wahrscheinlich für manche Missverständnisse und Vorurteile gesorgt.

Geocaching ist seit fast 15 Jahren ein wunderbares Hobby, das weltweit Menschen jeden Alters in die Natur führt, sie in Bewegung versetzt und ihren ihre Umwelt auf eine neue Art und Weise vor Augen führt. Das läuft nicht immer ohne Konflikte mit den anderen „Nutzern“ der Landschaft ab. Aber diese Konflikte sind mit gutem Willen auf beiden Seiten gut lösbar.

Im Folgenden möchte ich kurz auf einzelne Passagen des Artikels eingehen:

Viele wissen nicht um die Schäden, die sie in der Natur anrichten – und was im Wald erlaubt ist und was nicht“.

Dieser Vorwurf trifft sicherlich auf die Gesamtbevölkerung zu. Geocacher suchen aber immer wieder aktiv die Kommunikation mit Förstern und Jägern, um gegenseitige Vorurteile abzubauen und für gegenseitiges Verständnis zu werben. So sind z.B. auch auf der diesjährigen Messe Jagd & Hund in Dortmund zum wiederholten Male Geocacher ehrenamtlich mit einem eigenen Stand vertreten und stehen dort als Ansprechpartner zur Verfügung.

Früher blieben die Menschen auf den Wegen, schon um sich nicht zu verlaufen. Heute gehen sie GPS-gesteuert kreuz und quer durch die Natur, Trampelpfade entstehen.“

Das Problem dabei: Immer wieder werden Rehe beim Äsen auf Wiesen aufgescheucht. „Werden sie dauernd gestört, ziehen sie sich in Dickungen zurück, das ist dort, wo der Wald sich entwickelt, fressen da u.a. junge Buchen.“ Das schädigt den Wald. In drei Jahren sei ein Cache in einer Dickung im Bezirk 1200 Mal angelaufen worden. „Da muss man sich nicht wundern, wenn Schleiereulen sich andere Orte suchen.“

Grundsätzlich ist es nicht verboten, im Wald die Wege zu verlassen. In besonderen Schutzgebieten (z.B. Naturschutzgebiete) ist das anders. Dort gilt in der Regel ein Wegegebot – für alle Waldbesucher. Daher weisen Geocacher in ihren Versteckbeschreibungen dort auch meist ausdrücklich darauf hin, dass hier die offiziellen Wege nicht verlassen werden dürfen. Ein Geocache dürfte daher in sensiblen Gebieten gar nicht versteckt sein. Sollte tatsächlich einmal ein Cache in einer Dickung liegen, so sollte dem im Artikel genannten lokalen Vertreter des Waldbauernverbandes NRW eigentlich bekannt sein, wie er Kontakt mit den „Geocaching-Schiedsrichtern“ aufnehmen kann. Gerade in jüngster Zeit haben sich vermehrt Geocacher als lokale Ansprechpartner angeboten. Notfalls gibt es auch einen deutschsprachigen Ansprechpartner in Seattle/USA.

Nüfer weiß von Nacht-Geocaching mit phosphoreszierenden Stecknadeln , die in Bäume gesteckt werden. „Das ist Sachbeschädigung“, sagt er.

Wahrscheinlich hat er mit dieser Behauptung juristisch sogar recht. Es muss aber die Frage erlaubt sein, welchen Schaden reflektierende Stecknadeln in einer Baumrinde haben. Es gilt unter Geocachern inzwischen als eine Ehrenregel, dass Bäume (und anderes fremdes Eigentum) selbstverständlich nicht beschädigt werden dürfen. Befestigungen mit Schrauben oder Nägeln sollten daher tabu sein. Manche Wegebeschilderung im Wald ist da viel problematischer.

Und die Caches seien meist Plastikdosen, die später einfach als Müll zurückgelassen würden. Dass viele ihren Müll achtlos wegschmeißen, stellt auch WAZ-Leserbeirat Albert Hille fest: „Ich jogge im Wald in Welper, da ist kein Meter, auf dem nicht Müll liegt.“

Geocachebehälter sind häufig Tupperdosen o.ä. Und sie liegen oft jahrelang in ihrem Versteck. Um sie herum gibt es eine gewisse „Bannmeile“ für weitere Verstecke. So wird verhindert, dass zuviele Verstecke an einem Ort liegen. Wenn der Besitzer irgendwann seinen Cache aufgegeben wird, so wird er ihn im Regelfall danach auch wieder einsammeln. Hier einen Bezug zu Müll im Wald herzustellen, empfinde ich als arge Verdrehung der Sachlage. Müll im Wald ist ein sehr ärgerliches Thema. Daher veranstalten Geocacher gelegentlich in Abstimmung mit örtlichen Behörden oder Grundstücksbesitzern Müllsammelaktionen, sog. Cito-Events. Auch darüber hat die WAZ schon öfter berichtet .

Weder bei den Geocachern noch bei den anderen Waldnutzern wie Wanderer, Vogelbeobachtern, Förstern, Hundebesitzern u.v.m. ist alles fehlerfrei. Aber bei der bunten Gruppe der Geocacher ist der positive Wille vorhanden. Wenn es also Probleme geben sollte, sprecht mit ihnen, aber nicht über sie – und schon gar nicht nur schlecht!

Update 13.02.2015: Die vielstimmige Kritik scheint beim der WAZ/Der Westen angekommen zu sein. Heute gibt es einen Artikel “Geocacher werden bei Beschwerden aktiv”, der sich schon fast wie eine Gegendarstellung ließt.

Hallo Welt! Hallo Rheinland!

Über das drohende Geocachingverbot in den Kölner Grünflächen ist in der Vergangenheit viel geschrieben und gepodcastet worden. Ähnliche Verbote gibt es bereits an anderen Orten und sie sind auch immer wieder irgendwo in der Diskussion – so nun in Kleve.

Für eine Gruppe Geocacher aus Köln und Umgebung war dies der Auslöser, sich zusammen zu tun. Wir wollen nicht einfach so hinnehmen, dass unser vielseitiges Hobby verboten wird. Zumindest hier scheint die Stadtverwaltung nicht viel über Geocaching zu wissen. Also wollen wir mit den Verantwortlichen sprechen und ihnen unser Hobby mit seinen vielen Facetten und Spielregeln erklären. Damit haben wir bereits begonnen.

Um dem Ganzen einen Rahmen zu geben, haben wir am 6.5.2014 den Verein “Geocaching Rheinlandgegründet. Um gegenüber Behörden mit einer starken Stimme sprechen zu können, wenden wir uns nun an die Community, um Mitglieder aus dem Rheinland und darüber hinaus zu werben. Wir werden auch versuchen, auf den nächsten größeren Events der Region präsent zu sein. Dort könnt ihr uns ansprechen, eure Fragen und Ideen loswerden und natürlich auch Mitglied werden.

Mehr Infos gibt es auch unter www.geocaching-rheinland.de.

Angepackt!

Wie schon hier und anderswo berichtet, wird die Stadt Köln nun also ihren Landschaftsplan überarbeiten. Die darin enthaltenen Regelungen (Verbote und Gebote) für verschiedene geschützte Gebiete sollen u.a. für die “neue Art der Freizeitbeschäftigung” Geocaching ergänzt werden. Mit der Begründung, dass “Geocaching-Behälter … überwiegend in vorhandenen natürlichen oder künstlichen Hohlräumen, wie etwa Baumhöhlen, versteckt” werden, soll nun also in diesen Gebieten verboten werden “Geocache-Behälter zu verstecken, anzubringen oder nach den Geocache-Behältern zu suchen.”

Hier zeigt sich wieder einmal ein grundsätzliches Problem. Die Behauptung mit den Baumhöhlen stammt vermutlich aus einem Zeitschriftenartikel und wird immer wieder hervorgekramt, wenn im Zusammenhang mit Naturschutz über Geocaching gesprochen wird. Aber es gibt – meines Wissens nach – keine gleichwertige Gegendarstellung. Wir sind nicht ansprechbar, wir treten nicht in Erscheinung. Es gibt uns nur als diffuse Menge. Leserbriefe oder hitzige Diskussionen in diversen Onlineforen erreichen die Entscheidungsträger überhaupt nicht. Für sie gibt es nur die unwidersprochene Behauptung mit der Baumhöhle. Und das ist nicht gut, denn Baumhöhlen sind als Lebensraum über das Bundesnaturschutzgesetz geschützt! Also sind die Geocacher Naturfrefler und ihr Tun muss verboten werden. So weit – so schlüssig. Leider.

Wie lässt sich dieses Problem beheben? Zumal es nicht Köln-spezifisch ist, sondern schon in der Vergangenheit an anderen Orten aufgetreten ist und mit Sicherheit auch in der Zukunft wieder auftreten wird. Eine Methode, die wir mehrheitlich schon seit längerem verfolgen, ist: Kopf in den Sand. Es wird schon nichts passieren bzw. was ich im Wald tue, geht niemanden etwas an und das bekommt im Regelfall ja auch keiner mit. Wie wir nun sehen, ist diese Strategie aber gescheitert.

Oder ich nutze die Gelegenheit und spreche die Verantwortlichen an. Das mag Überwindung kosten, Umdenken erfordern und ist womöglich auch nicht für jeden Charakter ganz einfach. Aber wenn es konkret wird, wird der Ansprechpartner (in NRW) höchstwahrscheinlich gar keinen negativen Fall in seinem Bezirk nennen können – außer der Baumhöhle vom Hörensagen. Und dann kann ich Aufklärungsarbeit leisten und von den Guidelines, den Selbstreinigungskräften und den vielen tollen Facetten beim Geocaching erzählen. Und dann ist der Geocacher in den Augen des Gegenüber vielleicht gar nicht mehr so böse wie er vorher erschien!

Auf Augenhöhe von Förster zu Geocacher wird das wahrscheinlich auch tatsächlich funktionieren, aber nicht als Einzelperson gegen eine Millionenstadt. Also muss ich meinen guten Argumenten mehr Gewicht verleihen. Ich brauche mehr als “nur” die Stimme eines Einzelnen. In welcher Form das letztendlich passiert, ist eigentlich zweitrangig. Das kann eine lockere Interessengemeinschaft sein, ein nicht-eingetragener Verein (ja, so etwas gibt es), ein eingetragener Verein (e.V.) oder irgendetwas ganz anderes. Hauptsache das Ziel wird erreicht und die Argumente werden gehört! Ich habe zumindest nicht vor, mir mein Hobby einfach so verbieten zu lassen!

Hier im Rheinland passiert das nun wegen des konkreten Anlasses. Aber wäre es nicht besser, den Verantwortlichen in der Lokalpolitik und den Behörden, den Jägern und Förstern die Sache mit der Baumhöhle schon auszureden, bevor sie u.a. aus Unwissenheit gegen unser Hobby aktiv werden? Die vielen erfolgreichen Einzelbeispiele sprechen doch für sich. Und damit das Ganze auch glaubwürdig bleibt, wünsche ich mir, dass die Spielregeln auch von uns tatsächlich nach bestem Wissen und Gewissen eingehalten werden.

Mehr in Kürze …

Situation des Geocachings in Köln

Weil gerade durch Twitter und die Blogosphäre einige unrichtige Behauptungen geistern, möchte ich kurz die aktuelle Situation zum Geocaching in Köln darstellen:
Der Rat der Stadt Köln hat gestern als Tagesordnungpunkt 6.2.2 einen Beschluss zur Fortschreibung des Landschaftsplans Köln gefasst:

Der Rat beschließt … entsprechend der Anlage 1:

  • … die 12. Änderung des Landschaftsplans Köln einzuleiten”

Den Inhalt der Anlage 1 hatte ich in meinen letzten Blogeintrag bereits aufführlich dargestellt.

Aber: Mit diesem Beschluss beginnt erst das Änderungsverfahren. Es ist noch kein Verbot beschlossen worden!

Selbstverständlich wollen wir das beabsichtigte Verbot so nicht hinnehmen und arbeiten auch bereits an diesem Thema. Aber es zeigt doch, wie weit es “die Geocacher” schon gebracht haben.

Mehr hierzu demnächst…

Geocachingverbot in Kölns Grünflächen droht

Durch einen Tweet von Eigengott bin ich darauf aufmerksam geworden, dass die Stadt Köln seit dem letzten Sommer dabei ist, ihren aktuellen Landschaftsplan zu aktualisieren (siehe dort Anlage 1). Im Landschaftsplan sind die allgemeinen Regelungen (Ge- und Verbote) für Landschaftsschutzgebiete, Naturschutzgebiete, geschützte Landschaftsbestandteile und Naturdenkmale zusammengefasst. Derzeit laufen noch die Anhörungen der Bezirksvertretungen. Ende März wird der Ausschuss für Umwelt und Grün sein abschließendes Votum abgeben und damit dem Rat der Stadt empfehlen, voraussichtlich am 8. April entsprechend darüber abzustimmen4.

In der Neufassung sind für geschützte Landschaftsbestandteile2 (z.B. für die Innenstadt Stadtgarten/Venloer Str., Friedenspark/Römerpark, Stadtgarten Deutz und Jüdischer Friedhof), Naturschutzgebiete (Königsforst, Wahner Heide1, Chorbusch und 20 19 weitere) und Naturdenkmale3 (ca. 1.200 Einzelbäume) ausdrückliche Geocachingverbote vorgesehen. Auch wenn die meisten Kölner Geocaches wahrscheinlich nicht in diesen Schutzräumen liegen, so sind hier aber doch künftig landschaftlich besonders reizvolle Gebiete für Geocaches gesperrt. Darüber hinaus ist zu erwarten, dass von einer solchen Regelung in der viertgrößen deutschen Stadt eine gewisse Signalwirkung für die umliegenden Städte und Gemeinen ausgehen könnte. Es sein denn, es gelingt uns Geocachern die Lokalpolitiker und die Stadtverwaltung davon zu überzeugen, dass Verbote nicht der geeignete Weg sind, um Schäden durch Geocaching zu verhindern.

Ansonsten ist künftig verboten

Geschützte Landschaftsbestandteile (S. 79/102 des Entwurfs)
“Geocache-Behälter in oder an Bäumen incl. des Kronentraufbereiches und in stehenden oder fließenden Gewässern incl. der Uferbereiche zu verstecken, anzubringen oder nach den Geocache-Behältern zu suchen.
Erläuterung:
Hierdurch sollen in den besonders empfindlichen Bereichen Störungen für die Tierwelt vermieden und eine möglichst ungestörte Vegetationsentwicklung insbesondere für trittempfindliche Flächen gewährleistet werden.”

Naturschutzgebiete (S. 128/148f)
“Geocache-Behälter zu verstecken, anzubringen oder nach den Geocache-Behältern zu suchen.
Erläuterung:
Hierdurch sollen in den Naturschutzgebieten Störungen für die Tierwelt und Schädigungen der Vegetation vermieden werden.
Begründung:
Seit der Erfindung des Geocaching im Jahr 2000 hat sich diese Art der Freizeitgestaltung sehr schnell etabliert und verbreitet. Zwischenzeitlich existieren derzeit etwa 280.000 aktive Caches in Deutschland, wobei mit ca. 47.000 Caches in NRW die meisten zu finden sind. Die Geocache-Behälter werden überwiegend in vorhandenen natürlichen oder künstlichen Hohlräumen, wie etwa Baumhöhlen, versteckt. Je nach Schwierigkeitsgrad der Aufgaben kann durchaus eine Baumhöhle in der Baumkrone als Versteck dienen. Störungen der Tierwelt, insbesondere Vögel und Fledermäuse, aber auch der Vegetation sind dabei unvermeidbar.”

Naturdenkmale (S. 167/171)
“Geocache-Behälter in oder an Bäumen incl. des Kronentraufbereiches zu verstecken oder nach den Geocache-Behältern zu suchen.
Erläuterung:
Hierdurch sollen Schädigungen der Bäume und Störungen für die Tierwelt vermieden werden vermieden werden.”

____

Updates
1 Die Wahner Heide ist vom Kölner Landschafsplan nicht erfasst. Für sie gibt es einen eigenen Landschaftsplan.
2 Insgesamt 184 Einzelflächen (ab Gliederungspunkt 3.5.2 im bestehenden Landschaftsplan)
3 Im Landschaftsplan sind 141 Bäume als eigenes Naturdenkmal und weitere 460 Bäume im Rahmen eines geschützten Landschaftsbestandteils als Naturdenkmal ausgewiesen, ferner eine Quelle. Weitere 824 Bäume sind über eine Verordnung über Naturdenkmale ausgewiesen (vgl. Mitteilung zur Vorlagen-Nummer 1809/2012 vom 23.05.2012).
4 Mit dem Ratbeschuss wird die Verwaltung beauftragt, das Änderungsverfahren einzuleiten und in dem Rahmen Bürger und Träger öffentlicher Belange zu beteiligen (vgl. §§ 27-29 Landschaftsgesetz NRW).

Was ist mindestens dabei?

Spike05 hat einen Blogpetling in die Runde geworfen und fragt dabei, was ist Eure Minimalausrüstung, die Ihr beim Geocachen immer dabei habt?

So einfach die Frage klingen mag, so ist sie doch gar nicht so einfach zu beantworten. Wenn ich mich zum Cachen aufmache, ist natürlich immer das GPSr dabei. Die Cachebeschreibungen der Umgebung trage ich in meinem Smartphone via GeOrg mit mir herum. Wenn ich “nur so” unterwegs bin und sich unverhofft die Gelegenheit zum Cachen ergibt, dann kommt auch mal der GPS-Empfänger im Telefon zum Einsatz. In sämtlichen Jacken, Fahrradtaschen und im Rucksack stecken inzwischen irgendwelche billigen Kugelschreiber oder Bleistifte, um in jeder Situation loggen zu können. Mit dieser Minimalausstattung lassen sich die meisten Caches problemlos bewältigen.

Weitere Ausrüstungsgegenstände sind abhängig von der konkreten Tour. Für einen schönen Wochenend- und/oder Wandermulti oder eine Geocaching-Fahrradtour nehme ich auch gerne etwas zum Tauschen mit. Dann befinden sich im Rucksack bzw. in der Fahrradtasche natürlich auch noch viele weitere nützliche Dinge wie Fotoapparat, Taschenmesser, Massband, ggf. ein kleines Fernrohr, ein Erste-Hilfe-Päckchen, ggf. Trackables usw. Und wenn ich vorher auch die Cachebeschreibungen gründlich gelesen habe, dann nehme ich hoffentlich auch benötigte Spezialausrüstung wie UV-Lampe, Taschenlampe, Magnetangel, Watstiefel etc. mit.