Mein Log zum Project Glück Auf 2016

Ein großes Event ganz in der Nähe und auch noch auf so einem interessanten Gelände? Das waren für mich vor gut einem Jahr genug Gründe, um mich anzumelden. Außerdem hatte ich vor einiger Zeit schon die Gelegenheit, den Vorstand vom GCV Ruhrgebiet kennen zu lernen und war mir daher sicher, dass hier ein spannendes Event auf die Beine gestellt werden würde.

Anreise
Da im Eintritt schon die Fahrkarte für den örtlichen Verkehrsverbund VRR enthalten war, habe ich gerne darauf zurück gegriffen und bin am Eventtag mit der Bahn angereist. Im Zug habe ich schon eine Cacherkollegin aus Köln getroffen.
Direkt am Haupteingang zur Zeche Zollverein liegt eine Straßenbahnhaltestelle mit Verbindung zum Hauptbahnhof Essen und nicht allzu weit weg liegt die S-Bahn-Haltestelle Zollverein Nord. Von dort waren es nur wenige Minuten Fußmarsch bis zum Eventgelände.

Anmeldung
Wir waren kurz nach 9 Uhr auf Zollverein angekommen. Aus Erfahrung mit früheren Events ging unser erster Gang direkt zur Anmeldung. Dort war zu diesem Zeitpunkt von einer Schlange noch nichts zu sehen und ich konnte direkt an den Schalter gehen und meine vorbestellte Coin und das obligatorische Armbändchen in Empfang nehmen.

Erstes Erkunden
Nun hatten wir erst mal etwas Zeit, um das Gelände zu erkunden und dabei schon ein paar Labcaches zu lösen. Die Fragen waren meist sehr einfach zu lösen und daher 100% Giga-kompatibel. Diese Cacheart hat sich für große Veranstaltungen etabliert und eignet sich prima, um Cachern die Umgebung zu zeigen. Leider wurde der Chirp wohl von der Bühnentechnik gestört, so dass meine frisch heruntergeladene App nichts empfangen konnte. Die abgestellten Helfer für diese Station hatten aber eine schöne Ersatzlösung gefunden.😉
Das Event-Log“buch“ war kaum zu übersehen. Eine große Lore konnte mit Lackstiften beschriftet werden – eine tolle Idee!

Händlermeile
Inzwischen war auch die Händlermeile geöffnet. Obwohl die Halle mit den Verkaufsständen schon recht groß dimensioniert war, ließ sich die Luft darin schon schneiden, als wir dort eintraten. An den Ständen selbst war das übliche Gedrängel, an kaum einem Stand konnte man direkt an die Auslage, sondern musste immer erst eine Weile warten, bis man sich nach vorne gearbeitet hatte. Trotz des reichhaltigen Angebots habe ich außer einem Satz Aufkleber für Cachebehälter nichts gefunden, was ich dringend benötigen würde. Da hat bei mir schon vor einiger Zeit eine gewisse Sättigung eingesetzt. Und das ist auch gut so.😉 In dem Gewusel hatte ich dann auch meine Kölner Begleitung verloren.

Zug verpasst und Führung Kokerei
Bei den Ständen habe ich dann soviel Zeit verbracht, dass ich leider die Abfahrt des Dampfzugs verpasst habe. Auch wenn meine aktive Eisenbahnleidenschaft schon eine ganze Weile her ist, hätte ich den Museumszug schon gerne in Aktion gesehen.
Zu meiner anschließenden Führung durch die Kokerei war ich aber dennoch pünktlich. Bei meinem letzten Besuch auf Zollverein hatte ich schon diese imposante Anlage bewundert und nun bekam ich sie auch von einem kompetenten und charmanten Führer erklärt und gezeigt. Der Weg über die Anlage hat sich gelohnt.

Bummel über das Gelände
Im Anschluss bin ich nochmal um die Kokerei gezogen und habe mich gemeinsam mit vielen anderen erfolglos am Cache Seiltanz versucht. An einer anderen Stelle traf ich auf einen Cacherauflauf und bei näherem Betrachten stellte sich der Ort als Final für das kleine Gespenst heraus – zumindest sah das Logbuch sehr danach aus. Am Labcache Salzlager war wohl gerade die Hoecker-Lesung zu Ende, als ich vorbei kam. Ein großer Pulk strömte heraus, als ich die Antwort für den dortigen Labcache suchte.
Am Cafe Kokerei legte ich dann erst mal eine Mittagspause ein. Auch hier traf ich Cacher aus Köln (und Schleswig-Holstein). Im Gegensatz zum Catering auf dem Eventgelände war es hier ruhig, gemütlich und auch nicht so überlaufen.
Auf dem Rückweg zum Zechengelände konnte ich die verbleibenden Labcaches lösen (dachte ich zumindest) und bei einigen Spielen vorbeischauen. Dort waren aber auch erhebliche Warteschlagen, so dass ich auf dieses Vergnügen freiwillig verzichtet habe.

Nochmal Händlermeile
Bei der Händlermeile war es inzwischen etwas ruhiger geworden. Das habe ich für einen zweiten Rundgang genutzt, aber wieder nichts für mich gefunden. Dafür konnte man nun am ein oder anderen Stand auch ein kurzes Gespräch führen. Am rosa Stand bildete sich dann plötzlich eine Traube; offensichtlich war der angekündigte Cuckoo-Cache angekommen. Ich hatte den Eindruck, dass viele in der Traube gar nicht wussten, wofür sie da anstehen bzw. was sie da gerade geloggt haben.😉

OSM-Workshop
Nun war die Zeit für meinen gebuchten OSM-Workshop gekommen. Der Kokskohlenbunker als Veranstaltungsort war (wenn überhaupt) nur suboptimal ausgeschildert, aber Geocacher rühmen sich ja, Orte zu finden, die sonst keiner kennt. Leider war die Veranstaltung nur sehr dezent besucht. Lag das an der mangelhaften Beschilderung? Im Shop war der Workshop doch ausgebucht, oder? Dafür konnten die Anwesenden um so mehr individuelle Fragen stellen. Für mich hat sich der Workshop auf jeden Fall gelohnt!

Catering
Nun meldete sich mein Magen. An der Vielzahl der Fressstände verteilte sich die Nachfrage recht unterschiedlich. Ich habe mich für die kürzeste Warteschlange entschieden und mir daher eine Pizza gegönnt.

Bühne
Auf der Bühne ging gerade der Soundcheck zu Ende und ich suchte mir einen guten Platz, um mich etwas auszuruhen (mein Schrittzähler war inzwischen bei 22.000 angekommen) und das Treiben auf der Bühne zu beobachten. Sehr positiv fand ich, dass die Lobhudelei und Tombola nicht die sonst üblichen Ausmaße annahmen. Dafür ein besonderes Lob! Auch die Verkündung des nächsten Project-Events ging recht knapp über die Bühne. Mich hätte in dem Zusammenhang aber schon interessiert, wer sich denn überhaupt beworben hat und nach welchen Kriterien die Vergabe stattfand. Mit Saarland, Kiel und Bodensee sind für das nächste Jahr ja schon sehr interessante Orte für große Events angekündigt. Nichtdestotrotz freue ich mich schon sehr auf die Zeppelinstadt Friedrichshafen.

Cachen
Den folgenden Bühnenumbau habe ich dann doch noch genutzt, um das Hohe Rot und die Großmutter zu suchen. Im Laufe des Tages waren mir schon immer wieder Cacher aufgefallen, die sich an einer bestimmten Stelle ins Gebüsch geschlagen haben, nun folgte ich ihrer Spur und wurde schon von anderen Cachern empfangen, die das Logbuch bereits in der Hand hielten. Rudelcachen a la Gigaevent eben. Die Mückenstiche, die ich am nächsten Tag spürte, habe ich mir wohl auch dort eingefangen.
Am zweiten Cache war es etwas ruhiger, dafür ergab sich dort mit einem dazu kommenden Cacher ein sehr interessantes Gespräch über ein Event am anderen Ende der Welt.

Bühne
Alex im Westerland – eine Ärzte und Tote Hosen Coverband heizte nun auf der Bühne den noch anwesenden Cachern ein. Anfangs hatten sie es noch etwas schwer, aber im Laufe ihres Auftritts eroberten sie das Publikum immer mehr und zum Abschied mussten sie sogar noch Zugaben spielen. Ein toller Auftritt!
Wer jetzt noch auf dem Gelände war, wollte aber eigentlich keine toten Ärzte hören, sondern die Dosenfischer. Die setzten dem Tag dann auch noch den i-Punkt auf. Mit ihren Texten beleuchten sie gewohnt gekonnt die Geocacher-Seele. Selbst Signal konnte sich nicht zurückhalten und tanzte auf der Bühne mit. Einziger Wermutstropfen war für mich die mangelhafte Tontechnik. Ich fand, die bekamen einfach keinen sauberen Sound hin.
Angesichts der noch anstehenden Rückreise machte ich mich schon in der Pause des Dosenfischerkonzerts auf den Rückweg. Gerne hätte ich auch noch den zweiten Teil gehört, aber die nächste Zugverbindung hätte mich einfach zu spät nach hause gebracht.

Fazit
Das Gigaevent Project Glück Auf 2016 in Essen hat mir einen tollen und ereignisreichen Tag auf der Zeche Zollverein beschert. Das Orgateam hat vor einer großartigen Kulisse ein prima Event auf die Beine gestellt. Natürlich läuft bei so einer Veranstaltung nie alles reibungslos, aber unter dem Strich bleibt bei mir die Erinnerung an einen ganz wunderbaren Tag unter Gleichgesinnten.
Das Thema Kohle und Stahl wurde schön umgesetzt, einige Besucher hatten sich sogar passend gekleidet – vom Steigerhemd bis zur kompletten Bergmannsmontur! Die Führungen boten die Gelegenheit, das Gelände näher zu erkunden. Die üblichen Workshops haben das Angebot gut ergänzt.
Auf dem weitläufigen Gelände konnten sich die Mengen gut verteilen, selbst an den verschiedenen Schwerpunkten war es nie unangenehm überfüllt.
So manche inoffizielle Nebenevents bekam man leider nur per Zufall mit z.B. das Coinertreffen, den moving cache oder die Anwesenheit von Lackeys. Nicht jeder nutzt FB. Ich erwarte eigentlich alle Informationen auf der zentralen Internetseite in gebündelter Form – oder zumindest Verweise darauf.
Warteschlagen gehören zu einer Großveranstaltung nun mal dazu. Das muss man nicht gut finden, aber man kann sich darauf vorbereiten bzw. darauf einstellen. Ich bin auf Zollverein weder verhungert noch verdurstet. Die vielen verschiedenen Cateringstände haben die Nachfrage gut verteilt.

Liebes Orga-Team von Glück Auf 2016,
ihr habt einen tollen Job gemacht. Ich habe mich auf eurem Event sehr wohl gefühlt!
Glück auf!

Mit den Eisheiligen im Siegtal

indexSeit ein paar Wochen gehört wieder ein Trailerbike zum Haushalt und das sollte über Pfingsten ausprobiert werden. Bei der Tourplanung für zwei oder drei Tage schied zuerst der Ruhrtalradweg aus (10jähriges Jubiläum) und dann die Vennbahntrasse (komplizierte An- bzw Abreise). Also haben wir uns auf bewährtes in der Nähe besonnen: Den Radweg Sieg plus den rechtsrheinischen Erlebnisweg Rheinschiene zwischen Siegmündung und Köln. Ca. 90 km an zwei Tagen.

Mit den Erfahrungen unserer letzten Tour dort, haben wir uns Schladern als Startort ausgesucht. Flussaufwärts gibt es wohl immer noch keinen eigenen Radweg, so dass die Streckenführung weiterhin auf der Bundesstraße läuft. Das mag beim autofreien Siegtal wünschenwert sein, aber nicht beim Radwandern mit der Familie.

Ab Schladern haben wir uns nicht für die Variante entlang des Wasserfalls, sondern das Stück mit ordentlich Steigung entschieden. Leider hat sich dabei ein Schaltwerk komplett verabschiedet. Also musste ein Fahrrad mit der Bahn zurück nach Eitorf zum nächsten Fahrradhändler in der Hoffnung, dass dort schnelle Hilfe möglich sein würde. Der andere Teil fuhr dann trotzdem durch das Siegtal talwärts. Möglicherweise hatte die Berichterstattung über den anstehenden „Kälteeinbruch“ andere Radfahrer abgeschreckt, aber wir hatten so den Radweg Sieg fast für uns alleine. Trocken, aber kühl. Ob das auf die paar Kanuten auf der Sieg galt, kann ich nicht beurteilen.

In Eitorf konnte der örtliche Radmechaniker tatsächlich das verbogene Schaltauge retten und ein neues Schaltwerk montieren. Großes Danke! Die Tour konnte also gemeinsam weiter gehen. Bis auf einige wenige Steigungen weg von der Sieg läuft der Radweg entlang des Flüßchens. Meistens kreuzen wir auf Bahnbrücken die Sieg, was immer wieder wunderschöne Blicke auf das Wasser unter uns und das Tal ermöglicht. Unterwegs gibt es reichlich bewirtschaftete und unbewirtschaftete Plätze für eine Pause.

Siegburg ist unser Etappenziel. Das Hotel Kasserolle hatte trotz unserer kurzfristigen Planung ein Zimmer für uns frei und liegt nicht weit von der Sieg. Bei unserem ausgiebigen Frühstück ging ein ordentlicher Schauer herunter, aber wie bei Kachelmannwetter angekündigt, blieb dies der einzige ernsthafte Niederschlag an diesem Tag.

Ab Siegburg weitet sich das Siegtal, der Radweg folgt aber weiterhin dem Fluß. Wir werden irgendwann von einer Umleitung auf die nördliche Seite geführt, so dass wir nicht in den Genuss der Gierfähre an der Siegmündung kommen. Dafür folgen wir hier jedoch nicht der Ausschilderung Erlebnisweg Rheinschiene, sondern fahren auf dem Radweg durch das Naherholungsgebiet „Untere Sieg“. Trotz der rustikalen Wegführung kommen wir mit unserem Trailergespann gut voran und genießen die wilde Natur. Nach zwei Brücken erreichen wir die Siegmündung und den Hafen von Mondorf. Hier verbringen wir etwas Zeit auf der Hafenkirmes und rollen dann weiter Richtung Heimat.

Hätte ich mein Handy nicht zuhause am Landekabel vergessen, gäbe es auch Fotos zum Artikel.

Strecke bei gpsies.com

vTuner Ersatz für Sony Internetradio

Das irgendwelchen Gründen funktioniert die Zusammenarbeit von Sony Internetradios und vTuner nicht mehr. Mit dem Mediaserver der Fritzbox (oder anderer DNLA-Server?) kann das Problem aber umgangen werden.

Fritzbox:

  • Unter Heimnetz/Mediaserver/Einstellungen den Mediaserver aktivieren und ggf neuen Namen vergeben.
  • Beim Reiter Internetradio die URL (im Format pls, m3u oder mp3) die gewünschten Sender eintragen

Sony-Gerät:

  • Home Network/(Name des Mediaservers)
  • Internetradio
  • Aus der oben eingerichteten Liste einen Sender wählen

Eine entsprechende Anleitung habe ich in der Sony-Community gefunden.

Vielen Dank für den Tipp!

Köln im Fahrradklima-Test 2014

Der ADFC hat wieder bundesweit Fahrradfahrer befragt und die Auswertung des Fahrradklima-Test 2014 präsentiert. 100.000 Menschen haben an dieser Befragung, wie fahrradfreundlich ihre Stadt oder Gemeinde ist, teilgenommen.

Bei der Präsentation im Bundesverkehrsministerium sagte Staatssekretär Bomba: „Die Fahrradfreundlichkeit ist aber auch ein guter Gradmesser für die Lebensqualität einer Stadt. Wir können den Anteil des Radverkehrs weiter erhöhen, wenn sich Radfahrerinnen und Radfahrer gut und sicher im Straßenverkehr fühlen.“ Der Test zeichne Kommunen aus, die den Radverkehr besonders vorantreiben, und biete den anderen zugleich konkrete Anhaltspunkte für Verbesserungen – sei es bei der Sicherheit, dem Wegenetz oder auch bei den Abstellmöglichkeiten. Die Auszeichnung ist damit Dank und Ansporn zugleich, so Bomba weiter.

Für die Stadt Köln kommt dabei ein noch desaströseres Ergebnis als vor zwei Jahren heraus. Die Anzahl der Teilnehmer der Befragung ist mit 1.642 nahezu auf dem Wert von 2012 geblieben (1.650). Die Durchschnittsnote aller 27 Fragen lag hier bei 4,3, während der Durchschnitt aller Städte in der Größenordnung >200.000 Einwohner bei 3,8 lag. 2012 nahm Köln von 38 beurteilten Großstädten den 31. Platz ein, 2014 ist es der 36. von 39 Städten. Das heißt, nur in drei Größstädten fühlen sich Fahrradfahrer noch unwohler!

Schaut man sich die Ergebnisse der Einzelfragen an, so fällt auf, dass lediglich drei Fragen mit der gleichen Note wie der Durchschnitt der anderen Großstädte beantwortet wurden. Offensichtlich fahren trotz der Mängel alle Alterstufen in Köln mit dem Rad (2,8). Die Öffnung der meisten Einbahnstraßen für Radfahrer wird von den Fahrradfahrern honoriert (2,7) und nach Ansicht der Kölner Teilnehmer sind öffentlich zugängliche Leihrader für jeden einfach, zuverlässig und preiswert nutzbar (3,0).

Keine einzige Bewertung liegt über dem Durchschnitt. Besonders groß ist die negative Abweichung bei der Beurteilung der Oberfläche  und der Breite der Radwege in Köln (-0,8 und -0,7). In diesem Zusammenhang darf daran erinnert werden, wie schwer sich die Stadtverwaltung damit tut, ausgewiesene und benutzungspflichtige Radwege regelmäßig zu begehen. Nach dem Zustand vieler Radwege wäre eine sofortige Sanierung oder zumindest eine Aufhebung der Benutzungspflicht erforderlich. Stattdessen malt man lieber sogenannte Schutzstreifen auf sanierte Straßen, toleriert dann aber, dass diese hemmungslos zugeparkt werden (Falschparkerkontrolle auf Radwegen, Note 5,1).

Fahrradfahren in Köln macht keinen Spaß (-0,7), man fühlt sich nicht sicher (-0,6).

Ansonsten gilt wahrscheinlich mein Fazit zum Ergebnis von 2012 auch weiterhin. Ich sehe kein Konzept für den Radverkehr, sondern einen Flickenteppich. Zwar wird derzeit für die Stadtbezirke Lindental und Innenstand mit viel Tamtam ein Konzept erarbeitet, aber für eine Umsetzung der notwendigen Maßnahmen – inbesondere der mit nicht allerhöchster Priorität – ist gar kein Geld vorhanden.

Ich würde mir wünschen, dass die Verantwortlichen in Verwaltung und Politik diese Ergebnisse ernstnehmen würden. Es wäre doch einmal spannend zu untersuchen, was andere Großstädte mit besseren Beurteilungen anders machen?
Frau Reker, Herr Ott wie stehen Sie dazu?

Und noch ein Detail am Rande. Fahrräder werden in Köln wohl besonders häufig gestohlen (Note 5,0). Vielleicht sollte die Kölner Polizei hier mal einen Schwerpunkt legen und stattdessen als schikanös empfundene Kontrollen von Fahrradfahrern etwas zurückfahren.

Ein offener Leserbrief (updated)

In der WAZ ist am 03.02.2015 unter der Überschrift „Wie Geocacher und Gassigeher dem Wald Schaden zufügen“ ein Artikel erschienen. Darin werden – mal wieder – Geocacher als Umwelttrampel dargestellt.

Meist ignoriere ich derartige Berichte, da sie häufig die Sachlage nicht richtig wiedergeben oder nicht in meiner Umgebung verortet sind. Dieses Mal kann ich mich aber nicht zurückhalten, da der Landesverband NRW des VCD, einem ökologisch ausgerichteten Verkehrsclub, dem ich mich eigentlich verbunden fühle, diesen Artikel unkommentiert bei Twitter weiterverbreitet hat.

Wahrscheinlich hat inzwischen jeder mal den Begriff „Geocaching“ gehört, aber nur wenige wissen genau, was es damit auf sich hat und wie die Spielregeln hierzu lauten. Trotzdem werden die Geocacher gerne pauschal für irgendwelche Missstände herangezogen. Dass die „GPS-basierende Schatzsuche“ zumindest in der Vergangenheit meist im Verborgenen stattfand, hat wahrscheinlich für manche Missverständnisse und Vorurteile gesorgt.

Geocaching ist seit fast 15 Jahren ein wunderbares Hobby, das weltweit Menschen jeden Alters in die Natur führt, sie in Bewegung versetzt und ihren ihre Umwelt auf eine neue Art und Weise vor Augen führt. Das läuft nicht immer ohne Konflikte mit den anderen „Nutzern“ der Landschaft ab. Aber diese Konflikte sind mit gutem Willen auf beiden Seiten gut lösbar.

Im Folgenden möchte ich kurz auf einzelne Passagen des Artikels eingehen:

Viele wissen nicht um die Schäden, die sie in der Natur anrichten – und was im Wald erlaubt ist und was nicht“.

Dieser Vorwurf trifft sicherlich auf die Gesamtbevölkerung zu. Geocacher suchen aber immer wieder aktiv die Kommunikation mit Förstern und Jägern, um gegenseitige Vorurteile abzubauen und für gegenseitiges Verständnis zu werben. So sind z.B. auch auf der diesjährigen Messe Jagd & Hund in Dortmund zum wiederholten Male Geocacher ehrenamtlich mit einem eigenen Stand vertreten und stehen dort als Ansprechpartner zur Verfügung.

Früher blieben die Menschen auf den Wegen, schon um sich nicht zu verlaufen. Heute gehen sie GPS-gesteuert kreuz und quer durch die Natur, Trampelpfade entstehen.“

Das Problem dabei: Immer wieder werden Rehe beim Äsen auf Wiesen aufgescheucht. „Werden sie dauernd gestört, ziehen sie sich in Dickungen zurück, das ist dort, wo der Wald sich entwickelt, fressen da u.a. junge Buchen.“ Das schädigt den Wald. In drei Jahren sei ein Cache in einer Dickung im Bezirk 1200 Mal angelaufen worden. „Da muss man sich nicht wundern, wenn Schleiereulen sich andere Orte suchen.“

Grundsätzlich ist es nicht verboten, im Wald die Wege zu verlassen. In besonderen Schutzgebieten (z.B. Naturschutzgebiete) ist das anders. Dort gilt in der Regel ein Wegegebot – für alle Waldbesucher. Daher weisen Geocacher in ihren Versteckbeschreibungen dort auch meist ausdrücklich darauf hin, dass hier die offiziellen Wege nicht verlassen werden dürfen. Ein Geocache dürfte daher in sensiblen Gebieten gar nicht versteckt sein. Sollte tatsächlich einmal ein Cache in einer Dickung liegen, so sollte dem im Artikel genannten lokalen Vertreter des Waldbauernverbandes NRW eigentlich bekannt sein, wie er Kontakt mit den „Geocaching-Schiedsrichtern“ aufnehmen kann. Gerade in jüngster Zeit haben sich vermehrt Geocacher als lokale Ansprechpartner angeboten. Notfalls gibt es auch einen deutschsprachigen Ansprechpartner in Seattle/USA.

Nüfer weiß von Nacht-Geocaching mit phosphoreszierenden Stecknadeln , die in Bäume gesteckt werden. „Das ist Sachbeschädigung“, sagt er.

Wahrscheinlich hat er mit dieser Behauptung juristisch sogar recht. Es muss aber die Frage erlaubt sein, welchen Schaden reflektierende Stecknadeln in einer Baumrinde haben. Es gilt unter Geocachern inzwischen als eine Ehrenregel, dass Bäume (und anderes fremdes Eigentum) selbstverständlich nicht beschädigt werden dürfen. Befestigungen mit Schrauben oder Nägeln sollten daher tabu sein. Manche Wegebeschilderung im Wald ist da viel problematischer.

Und die Caches seien meist Plastikdosen, die später einfach als Müll zurückgelassen würden. Dass viele ihren Müll achtlos wegschmeißen, stellt auch WAZ-Leserbeirat Albert Hille fest: „Ich jogge im Wald in Welper, da ist kein Meter, auf dem nicht Müll liegt.“

Geocachebehälter sind häufig Tupperdosen o.ä. Und sie liegen oft jahrelang in ihrem Versteck. Um sie herum gibt es eine gewisse „Bannmeile“ für weitere Verstecke. So wird verhindert, dass zuviele Verstecke an einem Ort liegen. Wenn der Besitzer irgendwann seinen Cache aufgegeben wird, so wird er ihn im Regelfall danach auch wieder einsammeln. Hier einen Bezug zu Müll im Wald herzustellen, empfinde ich als arge Verdrehung der Sachlage. Müll im Wald ist ein sehr ärgerliches Thema. Daher veranstalten Geocacher gelegentlich in Abstimmung mit örtlichen Behörden oder Grundstücksbesitzern Müllsammelaktionen, sog. Cito-Events. Auch darüber hat die WAZ schon öfter berichtet .

Weder bei den Geocachern noch bei den anderen Waldnutzern wie Wanderer, Vogelbeobachtern, Förstern, Hundebesitzern u.v.m. ist alles fehlerfrei. Aber bei der bunten Gruppe der Geocacher ist der positive Wille vorhanden. Wenn es also Probleme geben sollte, sprecht mit ihnen, aber nicht über sie – und schon gar nicht nur schlecht!

Update 13.02.2015: Die vielstimmige Kritik scheint beim der WAZ/Der Westen angekommen zu sein. Heute gibt es einen Artikel „Geocacher werden bei Beschwerden aktiv“, der sich schon fast wie eine Gegendarstellung ließt.

Hallo Welt! Hallo Rheinland!

Über das drohende Geocachingverbot in den Kölner Grünflächen ist in der Vergangenheit viel geschrieben und gepodcastet worden. Ähnliche Verbote gibt es bereits an anderen Orten und sie sind auch immer wieder irgendwo in der Diskussion – so nun in Kleve.

Für eine Gruppe Geocacher aus Köln und Umgebung war dies der Auslöser, sich zusammen zu tun. Wir wollen nicht einfach so hinnehmen, dass unser vielseitiges Hobby verboten wird. Zumindest hier scheint die Stadtverwaltung nicht viel über Geocaching zu wissen. Also wollen wir mit den Verantwortlichen sprechen und ihnen unser Hobby mit seinen vielen Facetten und Spielregeln erklären. Damit haben wir bereits begonnen.

Um dem Ganzen einen Rahmen zu geben, haben wir am 6.5.2014 den Verein „Geocaching Rheinlandgegründet. Um gegenüber Behörden mit einer starken Stimme sprechen zu können, wenden wir uns nun an die Community, um Mitglieder aus dem Rheinland und darüber hinaus zu werben. Wir werden auch versuchen, auf den nächsten größeren Events der Region präsent zu sein. Dort könnt ihr uns ansprechen, eure Fragen und Ideen loswerden und natürlich auch Mitglied werden.

Mehr Infos gibt es auch unter www.geocaching-rheinland.de.

Angepackt!

Wie schon hier und anderswo berichtet, wird die Stadt Köln nun also ihren Landschaftsplan überarbeiten. Die darin enthaltenen Regelungen (Verbote und Gebote) für verschiedene geschützte Gebiete sollen u.a. für die „neue Art der Freizeitbeschäftigung“ Geocaching ergänzt werden. Mit der Begründung, dass „Geocaching-Behälter … überwiegend in vorhandenen natürlichen oder künstlichen Hohlräumen, wie etwa Baumhöhlen, versteckt“ werden, soll nun also in diesen Gebieten verboten werden „Geocache-Behälter zu verstecken, anzubringen oder nach den Geocache-Behältern zu suchen.“

Hier zeigt sich wieder einmal ein grundsätzliches Problem. Die Behauptung mit den Baumhöhlen stammt vermutlich aus einem Zeitschriftenartikel und wird immer wieder hervorgekramt, wenn im Zusammenhang mit Naturschutz über Geocaching gesprochen wird. Aber es gibt – meines Wissens nach – keine gleichwertige Gegendarstellung. Wir sind nicht ansprechbar, wir treten nicht in Erscheinung. Es gibt uns nur als diffuse Menge. Leserbriefe oder hitzige Diskussionen in diversen Onlineforen erreichen die Entscheidungsträger überhaupt nicht. Für sie gibt es nur die unwidersprochene Behauptung mit der Baumhöhle. Und das ist nicht gut, denn Baumhöhlen sind als Lebensraum über das Bundesnaturschutzgesetz geschützt! Also sind die Geocacher Naturfrefler und ihr Tun muss verboten werden. So weit – so schlüssig. Leider.

Wie lässt sich dieses Problem beheben? Zumal es nicht Köln-spezifisch ist, sondern schon in der Vergangenheit an anderen Orten aufgetreten ist und mit Sicherheit auch in der Zukunft wieder auftreten wird. Eine Methode, die wir mehrheitlich schon seit längerem verfolgen, ist: Kopf in den Sand. Es wird schon nichts passieren bzw. was ich im Wald tue, geht niemanden etwas an und das bekommt im Regelfall ja auch keiner mit. Wie wir nun sehen, ist diese Strategie aber gescheitert.

Oder ich nutze die Gelegenheit und spreche die Verantwortlichen an. Das mag Überwindung kosten, Umdenken erfordern und ist womöglich auch nicht für jeden Charakter ganz einfach. Aber wenn es konkret wird, wird der Ansprechpartner (in NRW) höchstwahrscheinlich gar keinen negativen Fall in seinem Bezirk nennen können – außer der Baumhöhle vom Hörensagen. Und dann kann ich Aufklärungsarbeit leisten und von den Guidelines, den Selbstreinigungskräften und den vielen tollen Facetten beim Geocaching erzählen. Und dann ist der Geocacher in den Augen des Gegenüber vielleicht gar nicht mehr so böse wie er vorher erschien!

Auf Augenhöhe von Förster zu Geocacher wird das wahrscheinlich auch tatsächlich funktionieren, aber nicht als Einzelperson gegen eine Millionenstadt. Also muss ich meinen guten Argumenten mehr Gewicht verleihen. Ich brauche mehr als „nur“ die Stimme eines Einzelnen. In welcher Form das letztendlich passiert, ist eigentlich zweitrangig. Das kann eine lockere Interessengemeinschaft sein, ein nicht-eingetragener Verein (ja, so etwas gibt es), ein eingetragener Verein (e.V.) oder irgendetwas ganz anderes. Hauptsache das Ziel wird erreicht und die Argumente werden gehört! Ich habe zumindest nicht vor, mir mein Hobby einfach so verbieten zu lassen!

Hier im Rheinland passiert das nun wegen des konkreten Anlasses. Aber wäre es nicht besser, den Verantwortlichen in der Lokalpolitik und den Behörden, den Jägern und Förstern die Sache mit der Baumhöhle schon auszureden, bevor sie u.a. aus Unwissenheit gegen unser Hobby aktiv werden? Die vielen erfolgreichen Einzelbeispiele sprechen doch für sich. Und damit das Ganze auch glaubwürdig bleibt, wünsche ich mir, dass die Spielregeln auch von uns tatsächlich nach bestem Wissen und Gewissen eingehalten werden.

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