Situation des Geocachings in Köln

Weil gerade durch Twitter und die Blogosphäre einige unrichtige Behauptungen geistern, möchte ich kurz die aktuelle Situation zum Geocaching in Köln darstellen:
Der Rat der Stadt Köln hat gestern als Tagesordnungpunkt 6.2.2 einen Beschluss zur Fortschreibung des Landschaftsplans Köln gefasst:

Der Rat beschließt … entsprechend der Anlage 1:

  • … die 12. Änderung des Landschaftsplans Köln einzuleiten”

Den Inhalt der Anlage 1 hatte ich in meinen letzten Blogeintrag bereits aufführlich dargestellt.

Aber: Mit diesem Beschluss beginnt erst das Änderungsverfahren. Es ist noch kein Verbot beschlossen worden!

Selbstverständlich wollen wir das beabsichtigte Verbot so nicht hinnehmen und arbeiten auch bereits an diesem Thema. Aber es zeigt doch, wie weit es “die Geocacher” schon gebracht haben.

Mehr hierzu demnächst…

Geocachingverbot in Kölns Grünflächen droht

Durch einen Tweet von Eigengott bin ich darauf aufmerksam geworden, dass die Stadt Köln seit dem letzten Sommer dabei ist, ihren aktuellen Landschaftsplan zu aktualisieren (siehe dort Anlage 1). Im Landschaftsplan sind die allgemeinen Regelungen (Ge- und Verbote) für Landschaftsschutzgebiete, Naturschutzgebiete, geschützte Landschaftsbestandteile und Naturdenkmale zusammengefasst. Derzeit laufen noch die Anhörungen der Bezirksvertretungen. Ende März wird der Ausschuss für Umwelt und Grün sein abschließendes Votum abgeben und damit dem Rat der Stadt empfehlen, voraussichtlich am 8. April entsprechend darüber abzustimmen4.

In der Neufassung sind für geschützte Landschaftsbestandteile2 (z.B. für die Innenstadt Stadtgarten/Venloer Str., Friedenspark/Römerpark, Stadtgarten Deutz und Jüdischer Friedhof), Naturschutzgebiete (Königsforst, Wahner Heide1, Chorbusch und 20 19 weitere) und Naturdenkmale3 (ca. 1.200 Einzelbäume) ausdrückliche Geocachingverbote vorgesehen. Auch wenn die meisten Kölner Geocaches wahrscheinlich nicht in diesen Schutzräumen liegen, so sind hier aber doch künftig landschaftlich besonders reizvolle Gebiete für Geocaches gesperrt. Darüber hinaus ist zu erwarten, dass von einer solchen Regelung in der viertgrößen deutschen Stadt eine gewisse Signalwirkung für die umliegenden Städte und Gemeinen ausgehen könnte. Es sein denn, es gelingt uns Geocachern die Lokalpolitiker und die Stadtverwaltung davon zu überzeugen, dass Verbote nicht der geeignete Weg sind, um Schäden durch Geocaching zu verhindern.

Ansonsten ist künftig verboten

Geschützte Landschaftsbestandteile (S. 79/102 des Entwurfs)
“Geocache-Behälter in oder an Bäumen incl. des Kronentraufbereiches und in stehenden oder fließenden Gewässern incl. der Uferbereiche zu verstecken, anzubringen oder nach den Geocache-Behältern zu suchen.
Erläuterung:
Hierdurch sollen in den besonders empfindlichen Bereichen Störungen für die Tierwelt vermieden und eine möglichst ungestörte Vegetationsentwicklung insbesondere für trittempfindliche Flächen gewährleistet werden.”

Naturschutzgebiete (S. 128/148f)
“Geocache-Behälter zu verstecken, anzubringen oder nach den Geocache-Behältern zu suchen.
Erläuterung:
Hierdurch sollen in den Naturschutzgebieten Störungen für die Tierwelt und Schädigungen der Vegetation vermieden werden.
Begründung:
Seit der Erfindung des Geocaching im Jahr 2000 hat sich diese Art der Freizeitgestaltung sehr schnell etabliert und verbreitet. Zwischenzeitlich existieren derzeit etwa 280.000 aktive Caches in Deutschland, wobei mit ca. 47.000 Caches in NRW die meisten zu finden sind. Die Geocache-Behälter werden überwiegend in vorhandenen natürlichen oder künstlichen Hohlräumen, wie etwa Baumhöhlen, versteckt. Je nach Schwierigkeitsgrad der Aufgaben kann durchaus eine Baumhöhle in der Baumkrone als Versteck dienen. Störungen der Tierwelt, insbesondere Vögel und Fledermäuse, aber auch der Vegetation sind dabei unvermeidbar.”

Naturdenkmale (S. 167/171)
“Geocache-Behälter in oder an Bäumen incl. des Kronentraufbereiches zu verstecken oder nach den Geocache-Behältern zu suchen.
Erläuterung:
Hierdurch sollen Schädigungen der Bäume und Störungen für die Tierwelt vermieden werden vermieden werden.”

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Updates
1 Die Wahner Heide ist vom Kölner Landschafsplan nicht erfasst. Für sie gibt es einen eigenen Landschaftsplan.
2 Insgesamt 184 Einzelflächen (ab Gliederungspunkt 3.5.2 im bestehenden Landschaftsplan)
3 Im Landschaftsplan sind 141 Bäume als eigenes Naturdenkmal und weitere 460 Bäume im Rahmen eines geschützten Landschaftsbestandteils als Naturdenkmal ausgewiesen, ferner eine Quelle. Weitere 824 Bäume sind über eine Verordnung über Naturdenkmale ausgewiesen (vgl. Mitteilung zur Vorlagen-Nummer 1809/2012 vom 23.05.2012).
4 Mit dem Ratbeschuss wird die Verwaltung beauftragt, das Änderungsverfahren einzuleiten und in dem Rahmen Bürger und Träger öffentlicher Belange zu beteiligen (vgl. §§ 27-29 Landschaftsgesetz NRW).

Der ADFC-Fahrradklima-Test 2012 aus Kölner Sicht

Der ADFC hat heute die Ergebnisse seiner Umfrage von 2012 vorgestellt. Rund 80.000 Radfahrer haben 27 Fragen zum Thema Radverkehr beantwortet. Bei der letzten Umfrage 2005 waren es noch 26.000.

1.650 Kölner Radfahrer haben diese Gelegenheit genutzt, ihre Eindrücke von der Fahrradsituation vor Ort zu schildern. Nach Hamburg (3.549) und Berlin (2.375) waren das schon mal die meisten Teilnehmer. Das Ergebnis für Köln ist jedoch niederschmetternd: Platz 31 von 38 Städten über 200.000 Einwohnern.

Jeder, der in Köln regelmäßig mit dem Fahrrad unterwegs ist, wird dieses Ergebnis nachvollziehen können. Eigentlich müsste diese Platzierung in der Kölner Politik einen PISA-Schock auslösen! Die Stadt ist Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundliche Städte NRW e.V. Im Rahmen des Bürgerhaushalts wurden drei zusätzliche Stellen im Büro des Fahrradbeauftragten geschaffen. Die theoretischen Grundlagen sollten also vorhanden sein, aber offenbar kommen diese Bemühungen bei den Fahrradfahrern nicht an.

Bei der Gelegenheit verwundert es dann um so mehr, dass jüngst bei der Hamburger Diskussionsveranstaltung “Warum kann Hamburg nicht Fahrrad” der Kölner Fahrradbeauftragte das hiesige Konzept (?) zur Förderung des Radverkehrs vorgestellt hat. Hamburg liegt im Ranking übrigens nur drei Plätze hinter Köln.
In der Tat ist hier in den letzten Jahren viel positives passiert. So wird z.B. das Team des Fahrradbeauftragten informiert, wenn irgendwo eine Strasse saniert werden soll. Meistens bekommt die neue Fahrbahn dann einen Schutzstreifen, ein Fahrrad-Piktogramm und/oder eine eigene Aufstellzone für Fahrräder an der Ampel. Das mag auch alles nützlich sein, führt aber leider zum sprichwörtlichen Flickenteppich, denn es scheint kein übergeordnetes, schlüssiges Konzept mit durchgehenden Velorouten o.ä. zu geben. Im Maßnahmenbericht (Anlage 1) zur Förderung des Radverkehrs im Jahr 2011 steht auch nichts von solchen Ideen. Da geht es um Dauerzählstellen, die o.g. Einzelmaßnahmen und die Anzahl der neu aufgestellten Fahrradabstellgelegenheiten.
Die in o.g. Bericht aufgeführte Steigerung des Radverkehrs um 10% (!) von 2010 auf 2011 (Seite 3) ist bestimmt nicht wegen neuer Schutzstreifen oder Abstellmöglichkeiten eingetreten.

Angeblich (aber das ist wahrscheinlich eine Legende wie die von den Kölner Heinzelmännchen) hat sich Köln einst mit einem ambitionierten Konzept für ein echtes Radwegenetz bei der AG fahrradfreundliche Städte beworben, aber offenbar ist das irgendwann verloren gegangen.

Der ADFC schließt seinen Text zur Verstellung des Radklima-Tests mit folgenden Zeilen: “Auffällig ist, dass die Städte weit vorne in der Rangliste landen oder sich stark verbessern, die sich die Förderung des Radverkehrs explizit auf die Fahnen geschrieben haben. So haben sich neben Karlsruhe auch München und Frankfurt am Main deutlich zum Positiven entwickelt. Beide Städte engagieren sich, um Menschen aufs Rad zu bringen: München mit seiner „Radlhauptstadt“-Kampagne, Frankfurt setzt mit seinem Radfahrbüro Standards der Radverkehrsförderung.” So etwas würde ich mir hier auch wünschen – dann klappt’s bestimmt auch beim nächsten Fahrradklima-Test. (Man wird ja wohl noch mal träumen dürfen.)

Jeden letzten Freitag im Monat treffen sich übrigens ab 17:30 Uhr Kölner Radfahrer auf dem Rudolfplatz, um mit einer critical mass darauf aufmerksam zu machen, dass auch Radfahrer zum Verkehr gehören. Je mehr da mitmachen, um so besser!

Und sie bewegt sich doch

Vor über einem Jahr gab es auf der Seite des Kölner Fahrradbeauftragten die Meldung, dass die Goltsteinstraße für Radfahrer nun auch gegen die Einbahnstraßenregelung geöffnet wäre.

Diese Maßnahme wurde im Süden jedoch durch die dä*** Verkehrsregelung konterkariert, dass es von Süden über die Pferdmengesstr. nur dem Linienverkehr erlaubt war, den Bayenthalgürtel zu überqueren und die Fahrt über die Goltsteinstr. fortzusetzten. Zweimal habe ich mich mit Fotos der Situation an den Fahrradbeauftragten gewandt (und keine Antwort bekommen) und im März auf der Fahrradmesse Cycolonia mein Anliegen dem VCD und auch nochmal den Mitarbeitern des Fahrradbeauftragten vorgetragen.

Und gestern fiel mir dann auf, dass die bisherige Beschilderung endlich verschwunden war.

Jetzt fehlt nur noch eine vernünftige Anbindung der Goltsteinstr. an die Alteburger Str., dann wäre endlich eine durchgehende Fahrradverbindung vom Kölner Süden in die Innenstadt gegeben.

Falschparker anzeigen

Wer hat sich nicht schon über Falschparker geärgert? Insbesondere, wenn sie tolldreist auf Geh- oder Radwegen stehen oder den (Rad-)Verkehr sonstwie behindern.
Ich bin in letzter Zeit dazu übergegangen, besonders unverschämte Falschparker per Handyfoto zu dokumentieren und bei der Stadt online anzuzeigen. Leider bekommt man hier jedoch keine Rückmeldung über den Ausgang des Verfahrens. Hat dazu jemand Erfahrungen?

Platz 16 beim Bürgerhaushalt

Die Online-Phase des Kölner-Bürgerhaushalts ist beendet, d.h. die eingestellten Vorschläge können nun nicht mehr bewertet werden. Unser Vorschlag zur Einstellung eines Sozialarbeiters an der Konrad-Adenauer-Realschule hat es mit 213 Pro-Stimmen auf Platz 16 im Bereich Schule/Bildung geschaft.

Jetzt beginnt die Auswertungsphase, d.h. die Stadtverwaltung muss sich mit den jeweils 100 bestplatzierten Vorschlägen auseinandersetzen.

Grenzverkehr

Zwischen Köln und Düsseldorf verlaufen mehrere Grenzen – sprachliche, mentale, verwaltungsmäßige, aber eben auch die zwischen den beiden Verkehrsverbünden VRS und VRR. Im Zuge der Zusammenarbeit hatte man sich irgendwann auf die Bedingungen des kleinen und großen Grenzverkehrs geeinigt. Mit einer (VRS-)Fahrkarte war z.B. die Fahrt von Köln nach Düsseldorf möglich. Früher soll es Erzählungen zufolge nötig gewesen sein, zwei Tickets zu verwenden: Eines bis zur Grenze und eines ab der Grenze.  

Aber das war vorbei … bis: Bis das Handyticket beworben und eingeführt wurde. Seitdem ist auf der Strecke Köln-Düsseldorf wieder genau diese Provinzialität ausgebrochen. Der naive Nahverkehrsnutzer würde vielleicht vermuten, dass in modernen Zeiten auch per Handy ein entsprechendes VRS-Ticket verfügbar wäre. Auf Nachfrage beim Verkehrsverbund wird nun empfohlen, per Handy ein VRS-Ticket bis zur und ein VRR-Ticket ab der Grenze zu lösen. Schöne neue Welt…

Handyticket

Seit ich bedauerlicherweise über kein Jobticket mehr verfüge, habe ich meine private ÖPNV-Nutzung auf ein Minimum eingeschränkt. Für meinen Arbeitgeber bin ich aber auch recht häufig in der Umgebung mit Bus und Bahn unterwegs. Weil aber die Fahrkarten des Verkehrsverbunds nicht über Reisebüros erhältlich sind, musste ich bislang jedesmal in Vorleistung gehen.

Das ändert sich nun aber mit dem Handyticket. Dazu musste ich mich einmalig auf einer Webseite anmelden und ein Zahlungsverfahren (z.B. Kreditkarte) hinterlegen. Seitdem kann ich per Anruf oder SMS kurz vor Fahrtantritt das passende Ticket lösen. Kleingeld für den Automaten brauche ich nicht mehr. Am Monatsende erstelle ich eine Übersicht der gebuchten Tickets und reiche sie zur Kostenerstattung ein. Selbstverständig kann ich das Handyticket auch privat nutzen.

Leider kosten die Handytickets genau so viel wie die regulären Papiertickets. Da die Verkehrsunternehmen aber eine Menge Infrastruktur einsparen, könnten sie ruhig einen kleinen Rabatt auf dieses Modell geben. Tun sie aber bislang nicht. Stattdessen starten sie bis Jahresende eine Kunden werben Kunden-Aktion. Wer Interesse hat, kann dies gerne in den Kommentaren bekunden.

Wir stellen uns quer!

Ein breites Bündnis von Bürgern, Parteien, Gerwerkschaften und Kirchen ruft am 20. September zu einer Großdemo gegen das Treffen von Neonazis und Rechtskonservativen auf.

Bis zu 1000 Rechte werden erwartet, darunter VertreterInnen extrem rechter Parteien aus Österreich, Belgien, Italien, Frankreich, Großbritannien, Spanien und Ungarn – unter ihnen der Vorsitzende der extrem rechten Front National aus Frankreich, Jean Marie Le Pen. Die vermeintliche Islam-Kritik der Rechten dient lediglich als Deckmantel für die Hetze gegen Menschen anderer Herkunft und Religion. Das ist eine gezielte Provokation des friedlichen Zusammenlebens von Menschen unterschiedlicher Kultur, Religion und Herkunft in NRW und Köln.

Die Polizei rechnet mit 40.000 Menschen, die sich ab 9:00 Uhr auf dem Roncalliplatz sammeln und nach einer Kundgebung zum Heumarkt ziehen, um mit einer Menschenkette das Treffen der Rechten zu verhindern.